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Rickenbach (SO)

Polit. Gem. SO, Bez. Olten. Am Jurasüdfuss auf dem Schuttkegel des gleichnamigen Seitenbachs der Dünnern gelegen. 1288 Richenbach. 1739 148 Einw.; 1798 228; 1829 264; 1850 267; 1900 383; 1950 457; 2000 885. In der Huppergrube am Bornfuss traten Feuersteinabsplisse (Eolithen) in der Oligozänschicht zutage. Ob sie von menschl. Tätigkeit stammen, ist allerdings unbestimmt. Im Bornfeld fanden sich neolith. Siedlungsspuren. Am Büntenrain wurden ein röm. Gutshof, ein Grab aus der Latènezeit sowie frühma. Gräber mit Beigaben entdeckt. 1969-71 wurde auf dem felsigen Hügel Chilchhöfli eine Burgstelle mit den Überresten eines Turms, mehreren Gebäuden und einer Ringmauer freigelegt. Viele Kleinfunde stammen aus dem 11. bis Anfang 12. Jh. Die Burg war Sitz der Grafschaft Härkingen und Zentrum eines zur Grafschaft gehörenden Güterkomplexes im Gäu. 1288 verkauften die Gf. von Frohburg vier Schupposen ans Kloster St. Urban. R. gehörte zur frohburg. Herrschaft Fridau und 1463-1798 zur solothurn. Vogtei Bechburg (Niederes Amt) im Gerichtskreis Hägendorf. Bereits vor 1405 stand eine sehr einträgl. Twingmühle des Fridaueramts links der Aare, 1935 wurde sie bei der Dünnenkorrektion abgerissen. R. war stets nach Hägendorf pfarrgenössig. 1765 entstand die Kapelle St. Laurentius mit reicher Innenausstattung. Ein Dorfbrief stammt von 1754. Seit 1785 hat der Ort eine eigene Schule. Nach der Eröffnung der A1 und der A2 folgte eine Bevölkerungszunahme. 2005 stellten Industrie und Gewerbe über die Hälfte aller Arbeitsplätze in der Gemeinde.


Literatur
– T. Schweizer, Urgeschichtl. Funde in Olten und Umgebung, 1937
– P. Hofer, Neunhundert Jahre Pfarrei Hägendorf-R., 1963
– W. Meyer, «Die Burgstelle R.», in JbSolG, 1972, 316-409

Autorin/Autor: Urs Wiesli