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Stammler, Wolfgang

geboren 5.10.1886 Halle an der Saale, gestorben 3.8.1965 Hösbach bei Aschaffenburg (Bayern), prot., ab 1950 kath., Deutscher. Sohn des Rudolf, Prof. der Rechtsphilosophie, und der Franziska geb. da Silva e Costa. ∞ Hildegard Loening. 1904-08 Stud. der germ. Philologie, Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie in Jena, Berlin, Leipzig und Halle, 1908 Promotion, 1914 Habilitation an der Techn. Hochschule Hannover. 1909-14 Gymnasiallehrer, 1918-19 Prof. für germ. Philologie an der Univ. Dorpat (heute Tartu, Estland), 1919-24 ao. Prof. für Dt. Sprache und Literatur an der Techn. Hochschule Hannover, 1924-36 o. Prof. für germ. Philologie an der Univ. Greifswald, 1936 entlassen aufgrund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums von 1933, dann Privatgelehrter in Berlin, ab 1948 in Hösbach, 1951-57 o. Prof. für germ. Philologie an der Univ. Freiburg. Forschungen zur Geistesgeschichte des MA, zur älteren und neueren Literatur, zur Prosa des SpätMA und zu Text-Bild-Beziehungen. S. begründete die bedeutenden Lexika "Reallexikon der dt. Literaturgeschichte" (1925-31), "Die dt. Literatur des MA: Verfasserlexikon" (1933-55), "Dt. Philologie im Aufriss" (1952-59) und "Handwörterbuch zur dt. Rechtsgeschichte" (1964-98). Zahlreiche Ehrungen, u.a. 1965 Brüder-Grimm-Preis.


Literatur
Fs. für Wolfgang S., 1953 (mit Werkverz.)
Lebendiges MA, 1958 (mit Werkverz.)
Spätes MA, 1967
Internat. Germanistenlex. 1800-1950, hg. von C. König, 3, 2003, 1783-1786

Autorin/Autor: Eckart Conrad Lutz