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Kappel (SO)

Polit. Gem. SO, Bez. Olten. In der Ebene der Dünnern nordwestlich des Born gelegen. 1260 Capella, 1312 Nydern Capellen (im Gegensatz zu Oberkappelen, heute Kestenholz). 1739 374 Einw.; 1798 503; 1850 550; 1900 532; 1950 792; 1970 1'488; 2000 2'486. Neolith. Siedlungen sind im Blüemlismattbrünneli und Fülerfeld belegt, röm. Siedlungsspuren fanden sich im Chruzfeld. Das Kloster St. Urban besass in K. versch. Güter. Im HochMA gehörte K. zum frohburg. Fridaueramt, das 1415 von Bern und Solothurn erobert wurde. Bei der Teilung des Buchsgaus 1463 kam K. mit dem Amt Fridau an Solothurn. Bis 1798 war es Teil der solothurn. Vogtei Bechburg bzw. des Niederen Amts mit Gerichtssitz in Hägendorf. Vor dem 12. Jh. gab es in K. eine Heiligkreuzkirche, an deren Stelle im SpätMA die Barbarakapelle entstand. K. war nach Hägendorf kirchgenössig, 1544-1610 vorübergehend nach Wangen bei Olten. Mit der Gründung einer eigenen Pfarrei 1687 wurden die Kirche und das Pfarrhaus erstellt. Auf der Bornwiese befindet sich seit 1865 die Wallfahrtskapelle Maria zum guten Rat. Bis im 16. Jh. gab es in K. eine Zollstelle. Der Dorfbrief datiert von 1745. 1779 wurde im Dorf der erste Schulmeister gewählt. Im 19. Jh. wanderte ein beträchtl. Teil der hauptsächlich in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung aus. 1823 vollzog sich die Allmendauflösung. Infolge mehrerer Dorfbrände ist nur noch ein kleiner Teil der hist. Bausubstanz vorhanden. Nach dem starken Bevölkerungswachstum in der 2. Hälfte des 20. Jh. entwickelte sich K. zu einer typ. Wohngemeinde Oltens. 2000 waren knapp zwei Drittel der in K. Erwerbstätigen im 3. Sektor beschäftigt.


Literatur
– J. und E. Pfluger, Solothurn. Gäu, 1963
– U. Wiesli, Geographie des Kt. Solothurn, 1969
– E. Schmidlin, K. im 20. Jh., 2004

Autorin/Autor: Urs Wiesli