Gunzgen

Polit. Gem. SO, Bez. Olten. Strassendorf im Mittelgäu in der Dünnernebene. Aussensiedlung Allmend durch A1 und A2 vom Dorf getrennt. Die Grenzen der Gem. veränderten sich letztmals durch die Dünnernkorrektion 1933-43. 1226 Gunzichon, 1320 Gunzkon. 1739 197 Einw.; 1798 317; 1850 514; 1888 366; 1900 395; 1920 552; 1950 582; 1990 1'072; 2000 1'428. Hallstatt-Grabhügel im Stierenban. 1463 mit Herrschaft Fridau an Solothurn gelangt, bis 1798 zur Vogtei Bechburg (Niederes Amt) gehörend. Im sog. Ghöl steinernes Wegkreuz von 1575 an der ehem. Durchgangsstrasse. Bis 1687 nach Hägendorf, dann nach Kappel kirchgenössig, wurde G. 1860 zur selbstständigen Pfarrei. Gleichzeitig wurde die 1643 gebaute Kapelle zur Pfarrkirche St. Katharina erweitert. Seit 1783 eigene Schulgem., seit 1961 mit Sekundarschule. Die Industrialisierung hielt im vorher bäuerlich geprägten G. 1919 mit der Gründung einer Metallwarenfabrik Einzug. Mit 48% der Erwerbstätigen blieb der 2. Sektor 1980 lange Zeit dominierend. Kiesausbeutung in der Gunzger Allmend. U.a. dank der SBB-Oberbauwerkstätte und Lagergebäuden an der Gäubahnlinie rasche Zunahme des Dienstleistungssektors (1930 20%, 1980 44%, 2000 mehr als die Hälfte). 2000 sind zwei Drittel der Erwerbstätigen Wegpendler, etwas weniger als die Hälfte der Arbeitsplätze werden von Zupendlern belegt. Seit den 1960er Jahren dehnt sich G. infolge starker Bautätigkeit Richtung Süden aus, gleichzeitig Güterzusammenlegung (Autobahnbau). Mehr als ein Viertel der Gemeindefläche ist bewaldet.


Literatur
– J. und E. Pfluger, Solothurn. Gäu, 1963
– U. Wiesli, Geographie des Kt. Solothurn, 1969
– U. Wiesli, Olten und seine Region, 1979
– R.M. Kully, Solothurn. Ortsnamen, 2003, 339-341

Autorin/Autor: Urs Wiesli