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Ettmüller, Ludwig

geboren 5.10.1802 (Ernst Moritz) Gersdorf bei Löbau (Sachsen), gestorben 14.4.1877 Zürich, ref., ab 1839 von Schottikon. Sohn eines Pastors. Stud. (v.a. der Philologie) in Leipzig und Jena, 1830 Habilitation. 1833 kam E. als Lehrer für Deutsch und Geschichte ans Obergymnasium Zürich und als Dozent an die dortige Universität. Ab 1856 war er ao. Prof. für altdt. Sprache und Literatur an der Universität. Neben der Literaturgeschichte ("Handbuch der dt. Literaturgeschichte" 1847) gehörten Editionen und Übersetzungen von altdt., altnord. und angelsächs. Literatur zu seinen Hauptgebieten. E. wird als erster deutschsprachiger Übersetzer des altengl. Epos "Beowulf" (1840) bezeichnet, ausserdem übersetzte er u.a. "Die Lieder der Edda" (1837) und den "Altnordischen Sagenschatz" (1870). Herausgeber der Gedichte von Johannes Hadlaub (1840), von Sprüchen, Gedichten und Liedern von Heinrich von Meissen genannt "Frauenlob" (1843), der "Lieder und Sprüche" (1852) des Heinrich von Veldeke und des "Altnordischen Lesebuchs" (1861).


Archive
– ZBZ, Nachlass
Literatur
ADB 6, 398
Die Univ. Zürich 1833-1933 und ihre Vorläufer, 1938, 363
– Kosch, Deutsches Literatur-Lex. 4, 565
NZZ, 12.10.2002
Internat. Germanistenlex. 1800-1950, hg. von C. König, Bd. 1, 2003
– P. Bichsel «'da Sie ja selbst eine leuchtende Hulda sind'. Ludwig E.s Briefe an Mathilde Wesendonck 1862 bis 1876», in ZTb 2004, 2003, 271-335

Autorin/Autor: Niklaus Bigler