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No 24

Wagner, Richard

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geboren 22.5.1813 Leipzig,gestorben 13.2.1883 Venedig, luth., aus Sachsen. Sohn des Carl Friedrich Wilhelm, Polizeiaktuars, und der Johanna Rosine geb. Paetz. ∞ 1) 1836 Minna Planer, Schauspielerin, 2) 1870 Cosima Liszt, geschiedene von Bülow, Tochter des Franz Liszt. Ersten Musikunterricht erhielt W. ab 1822 an der Kreuzschule in Dresden. Während seines Wirkens als Chordirektor in Würzburg und Musikdirektor in Magdeburg entstanden erste Opern. 1839 floh er hochverschuldet von Riga nach London und Paris, wo er 1839-42 die Opern "Rienzi" und "Der fliegende Holländer" komponierte. In seiner Zeit als Hofkapellmeister in Dresden 1843-49 schuf W. die Opern "Tannhäuser" und "Lohengrin". Nach dem Dresdner Maiaufstand 1849 flüchtete er mit Liszts Hilfe nach Zürich. Mit Aufführungen der Sinfonien Ludwig van Beethovens und eigener Werke im Rahmen der Konzerte der Allg. Musik-Gesellschaft sowie von Opern im Aktientheater belebte W. Zürichs Musikleben. Aus diesen Erfahrungen entstand 1851 die kleine Schrift "Ein Theater in Zürich". Im Gartenhaus der Villa Wesendonck, in der W. zeitweise als Gast des Seidenkaufmanns Otto Wesendonck lebte, entwarf er substanzielle Teile des Opernzyklusses "Ring des Nibelungen" sowie u.a. die Schriften "Die Kunst und die Revolution", "Das Kunstwerk der Zukunft" und "Oper und Drama", aber auch das antisemit. Pamphlet "Das Judentum in der Musik". 1858-61 lebte W. abwechselnd in Venedig, Paris und Luzern. Seine Liebe zu Mathilde Wesendonck verarbeitete er in "Tristan und Isolde", dessen Uraufführung, dirigiert von Hans von Bülow, 1865 in München stattfand. 1866-72 weilte er mit von Bülows Gattin Cosima in Tribschen, wo ihn Friedrich Nietzsche mehrmals besuchte. Dort vollendete W. auch die "Meistersinger von Nürnberg". Auf der Treppe des Tribschener Landhauses, das seit 1933 das Richard-Wagner-Museum beherbergt, wurde 1870 das für Cosima geschriebene "Siegfried-Idyll" uraufgeführt. 1872-83 lebte W. in Bayreuth, wo er den "Ring des Nibelungen" vollendete, der 1876 im neu erbauten Festspielhaus seine Uraufführung erlebte.


Literatur
– M. Gregor-Dellin, Richard W., 1980
– E.M. Hanke, W. in Zürich, 2007
– D. Buschinger, Richard W., 2012

Autorin/Autor: Christoph Ballmer