02/03/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken
No 1

Nietzsche, Friedrich

geboren 15.10.1844 Röcken bei Leipzig,gestorben 25.8.1900 Weimar, Deutscher. Sohn des Karl Ludwig, Pastors. Ledig. N. studierte Philologie und Theologie in Bonn und Leipzig. Ab 1869 wirkte er noch vor seiner Promotion als ao., ab 1870 als o. Prof. für griech. Sprache und Literatur an der Univ. Basel, wo er bis zur krankheitsbedingten Amtsaufgabe 1879 in regem geistigem Austausch u.a. mit Franz Camille Overbeck, Jacob Burckhardt und Johann Jakob Bachofen lebte. In N.s Basler Zeit fällt die Entstehung seiner ersten philosoph. Schriften ("Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik" 1872, "Unzeitgemässe Betrachtungen" 1873-76). 1879-89 führte er ein unstetes Wanderleben und hielt sich häufig in Schweizer Bergorten auf, v.a. in Sils-Maria. Das Hochalpine wurde ihm zur Metapher seiner intellektuellen Ambitionen. In den dort verfassten Werken konzipierte N. eine neuartige, zugleich radikal kritische und an den menschl. Lebensinteressen orientierte Philosophie, die vorerst kaum auf Resonanz stiess, bis sie dann das Denken des 20. Jh. beeinflusste. Der Schweiz stand er zwiespältig gegenüber, obwohl er 1881 schrieb, er halte "eine zeitweilige Verschweizerung für ein rathsames Mittel", "um ein wenig über die deutsche Augenblicklichkeits-Wirtschaft hinauszublicken". 1889 fiel N. in geistige Umnachtung und verbrachte seine letzten Jahre in Naumburg (Sachsen-Anhalt) und Weimar.


Werke
Werke: Krit. Gesamtausg., hg. von G. Colli et al., 1967-
Briefwechsel: Krit. Gesamtausg., hg. von G. Colli et al., 1975-
Literatur
N. und die Schweiz, Ausstellungskat. Zürich, 1994
– A.U. Sommer, Der Geist der Historie und das Ende des Christentums: Zur "Waffengenossenschaft" von Friedrich N. und Franz Overbeck, 1997
– A. Bollinger, F. Trenkle, N. in Basel, 2000

Autorin/Autor: Andreas Urs Sommer