Gretzenbach

Polit. Gem. SO, Bez. Olten, bestehend aus dem gleichnamigen Dorf, dem Dorfteil Weid und dem 1973 mit G. vereinigten Grod. 778 Grezzinbach (Kopie 10. Jh.), 1265 Grezenbach. G. liegt auf Terrassen, in die sich die Aare durch mehrere Läufe eingefressen hat. 1739 170 Einw.; 1804 475; 1850 564; 1900 979; 1950 1'442 (ohne Grod); 1980 1'621; 1990 2'135; 2000 2'393. Neben der Kirche röm. Villa. G. lag im SpätMA im Herrschaftsbereich des Stifts Schönenwerd. Die Gerichtsbarkeit wurde von dessen Kastvögten, den Herren von Gösgen-Falkenstein, wahrgenommen; sie gelangte 1458 durch Kauf an Solothurn. Als älteste Kirchgemeinde im Niederamt umfasste G. auch Schönenwerd, Eppenberg-Wöschnau, Däniken (bis heute), Grod, Walterswil-Rothacker und Safenwil. Kollatur und Kirchensatz lagen beim Stift Schönenwerd, welchem G. 1358 inkorporiert wurde. Die Kirche hiess 1352 Gotteshus Kilchberg, 1485 Sant Peter zuo Kilchbüel. Die heutige Kirche St. Peter und Paul wurde 1669 erbaut, 1884 vergrössert, seither mehrmals renoviert. Mit Däniken bildet G. einen Pfarrkreis der ref. Kirchgemeinde Schönenwerd. 1627 wurde G. von der Vogtei Gösgen gelöst und dem Schultheissenamt Olten zugeteilt. 1763 Dorfbrief. G. bildete mit Däniken, Schönenwerd, Eppenberg und Wöschnau das Gericht Werd. Die 1764 eingerichtete Schule in G. wurde auch von den Schülern von Schönenwerd, Eppenberg-Wöschnau und Däniken besucht. Nach der Gründung der Bally-Schuhfabriken 1851 fanden Männer und Frauen Arbeit in Schönenwerd oder besorgten zusätzl. Heimarbeit. Bis in die jüngste Vergangenheit blieb G. ein Bauerndorf mit Kleingewerbe und einer grossen Zahl von Wegpendlern. Erst 1980 liessen sich Industriebetriebe nieder. Obwohl die SBB-Linie Olten-Aarau durch das Gemeindegebiet führt, besitzt G. keine Bahnstation, ist jedoch seit 1990 ins regionale Busnetz Aarau einbezogen.


Literatur
– A. Jäggi, G., 1966

Autorin/Autor: Hans Brunner