Fulenbach

Polit. Gem. SO, Bez. Olten. Strassendorf im Aaregäu auf der die Aare begleitenden geschützten Niederterrasse an der Strasse Olten-Wolfwil. Anstelle der 1375 zerstörten frohburg. Kleinstadt Fridau steht heute das Quartier Stadtacker. Aussensiedlungen Ewigkeit, Färch. An Westgrenze Häusergruppe Fulenbacher Bad. 1226 in villa Vulenbah, 1260 Fulenbach. 1739 205 Einw.; 1798 302; 1850 464; 1900 537; 1950 996; 2000 1'450.

Als Teil der Herrschaft Fridau war F. nach deren Erwerb durch Solothurn 1463-1798 der Vogtei Bechburg (Niederes Amt) zugehörig. 1266 stifteten die Gf. von Frohburg die Stephanskirche. 1375 erbte die Gf. Anna von Kyburg von den Frohburgern den Kirchensatz und vergabte ihn 1400 dem Kapitel Buchsgau. 1547-1679 war F. zunächst nach Hägendorf, dann nach Kestenholz und schliesslich nach Wolfwil kirchgenössig. Seit 1679 wieder selbstständige Pfarrei. Die 1697 erbaute Stephanskirche wurde 1823 erweitert und wich 1955 einem Neubau an anderer Stelle. Die in der Südostecke der Gem. gelegene Kapelle (1658 erneuert) ist ebenfalls dem hl. Stephan geweiht. 1619 wurden 80 Jucharten Gemeindebann an die Gem. Boningen abgetreten. Die bereits 1423 erw. Aarefähre wurde 1863 durch die heutige gedeckte Holzbrücke ersetzt, was eine erleichterte Verbindung zur Bahn in Murgenthal bedeutete. Seit 1970 besteht eine Autobuslinie Olten-Wolfwil-Oensingen. 2000 arbeitete je knapp die Hälfte im 2. bzw. im 3. Sektor (1930 62% und 11%), zwei Drittel der erwerbstätigen Bevölkerung waren Wegpendler. Trotz der neuen Industriezone im Färch/Untere Allmend mit versch. Branchen ist noch immer fast ein Viertel der Gemeindefläche bewaldet.


Literatur
– J. und E. Pfluger, Solothurn. Gäu, 1963
– U. Wiesli, Geographie des Kt. Solothurn, 1969
– R.M. Kully, Solothurn. Ortsnamen, 2003, 298-300

Autorin/Autor: Urs Wiesli