03/08/2011 | Rückmeldung | PDF | drucken

Eppenberg-Wöschnau

Polit. Gem. SO, Bez. Olten. Doppelsiedlung an der Grenze zum Kt. Aargau. Eppenberg, in einer Rodungsinsel auf einem Hochplateau gelegen, weist eine landwirtschaftl. Berufsstruktur auf, während Wöschnau, auf einer Niederterrasse am Aareufer angesiedelt, Vorortsgem. von Aarau mit kleineren Gewerbebetrieben ist. 1294 in Eppenberg, in Weschnowe. 1798 134 Einw.; 1829 195; 1850 183; 1900 266; 1950 291; 1970 439; 2000 331.

Das auf drei Seiten steil abfallende Buechholz wurde in der Latènezeit durch Erdwall und Graben zum offenen Refugium ausgebaut; die wenigen Funde sprechen für eine kurze Benützungszeit. Im SpätMA waren Wöschnau und Eppenberg dem Stift Schönenwerd zinspflichtig. 1458 kamen sie durch den Kauf der Herrschaft Gösgen an Solothurn. Vor der Gründung der röm.-kath. Kirchgem. Schönenwerd-E. (1859) waren die kath. Einwohner nach Gretzenbach kirchgenössig. Die Reformierten gehören bis heute zur Kirchgem. Schönenwerd.

Im sog. Steckhof (Aussenhof) Eppenberg, mit grossflächigen und unverzelgten Fluren, wurde im 18. Jh. Land- und Waldwirtschaft betrieben. 1808 wurden in E. neben zehn Bauern auch neun Handwerker und Gewerbetreibende sowie fünf in der Textilverarbeitung Tätige als Haushaltsvorstände verzeichnet, die ihrer Arbeit z.T. in Aarau nachgingen. 1950-70 nahmen Pendlerzahlen und Arbeitsplätze stark zu; seither stagnieren die Bevölkerungs- und die Wirtschaftsentwicklung. Seit 1990 besteht eine Busverbindung nach Aarau und Schönenwerd (2000 ca. 80% Wegpendler, rund die Hälfte der Arbeitsplätze in E. im 2. Sektor).


Literatur
– A. Furrer, «Das Refugium auf Eppenberg», in ASA NF 10, 1908, 177-199
– O. von Däniken, Schönenwerd, 1974
– R.M. Kully, Solothurn. Ortsnamen, 2003, 266-268, 686-688

Autorin/Autor: Hans Brunner