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Bringolf, Hans Ormund

geboren 11.1.1876 Baden-Baden (D), gestorben 4.3.1951 Hallau, ref., später kath., von Hallau. Sohn des Johann, Unternehmers, und der Catharina geb. Starikoff, aus Russland. ∞ Alice Honegger, Tochter eines Fabrikanten. Stud. der Rechtswiss. in Heidelberg, Wien, Rom und Berlin, 1899 Promotion in Greifswald. Ab 1896 Kavallerieleutnant. Weil B. wegen seiner in Manövern an den Tag gelegten Tollkühnheit von den Schiedsrichtern öfter für tot erklärt wurde, nannte man ihn auch "Leutnant B. selig". Bis 1904 war B. im schweizerischen diplomat. Dienst, dann wurde er als Scheckfälscher und Hochstapler verfolgt. Er floh nach Übersee; 1906-08 kommandierte er ein amerikan. Kontingent auf den Philippinen. Später war B. wegen Betrugs in Lima (Peru) und in Mannheim inhaftiert. Im 1. Weltkrieg war B. franz. Offizier; wegen seiner Verwegenheit erlangte er an der serb. Front als "Löwe von Monastir" solche Berühmtheit, dass er 1923 in die Ehrenlegion aufgenommen wurde. Kurz darauf wurde er erneut als Betrüger entlarvt. Als Pensionär im Bürgerheim Hallau verfasste er den "Lebensroman des Leutnant B. selig" (1927), der 1930 von Blaise Cendrars in Paris herausgegeben wurde und B. zum Inbegriff des modernen Abenteurers machte.


Literatur
SchBeitr. 46, 1969, 61-72
Kosch, Deutsches Literatur-Lex., Erg.Bd. 2, 408
– R. Specht, «Leutnant B. selig», in Schaffhauser Mappe 69, 2001, 55 f.

Autorin/Autor: Charles Linsmayer