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Dulliken

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Polit. Gem. SO, Bez. Olten, bestehend aus dem gleichnamigen Dorf am nördl. Abhang des Engelbergs, dem Ortsteil Schachen auf der Niederterrasse, in die sich die Aare eingefressen hat, und den Höfen auf dem Engelberg. 924 Tullinchova, 1173 Tullichon. 1739 321 Einw.; 1798 466; 1850 671; 1900 828; 1950 2'033; 1970 4'526; 1990 4875; 2000 4'615.

Eine neolith. Siedlung lag auf dem Engelberg, ein röm. Gutshof auf dem Wilberg. Die 1580 erstmals erw. Aarefähre zwischen D. und Obergösgen blieb bis zum Bauernkrieg von 1653 in Betrieb. 1811 erneut eingerichtet, wich sie 1915 einer Holzbrücke. Die niedere Gerichtsbarkeit, im Besitz des Stifts Schönenwerd, kam durch die Habsburger an die Kastvögte des Stifts, die Frh. von Gösgen-Falkenstein. 1458 gelangte sie durch Kauf an Solothurn. 1627 von der Vogtei losgelöst und dem Schultheissenamt Olten zugeteilt, bildete D. mit Starrkirch, Wil und dem Weiler Engelberg eine Pfarrei. Der Kirchensatz lag bis 1498 beim Stift Beromünster, anschliessend beim Stift Schönenwerd. Die Kirche St. Peter und Paul stand in Starrkirch; in D. befand sich die 1887 abgebrochene St. Niklaus-Kapelle. Während des Kulturkampfs wurde 1874 die christkath. Kirchgem. D.-Starrkirch gegründet, im selben Jahr eine röm.-kath. Kirche erbaut (Neubau 1972). Die Protestanten von D.-Starrkirch-Wil bilden einen Pfarrkreis der Kirchgem. Olten; 1961 erfolgte der Bau der Zwinglikirche. 1856 erhielt das traditionell von Landwirtschaft und Kleingewerbe geprägte D. eine Station an der Bahnlinie Aarau-Olten. Ab 1932 siedelten sich Schuh- (Hug, bis 1979), Metall- und Bauindustrie an. Hatte D. 1950 noch doppelt soviele Zu- wie Wegpendler, so überwogen Letztere 2000 deutlich. 1968 entstand das Bildungszentrum Franziskushaus des schweiz. Kapuzinerordens (Ende 2001 geschlossen), 1979 das regionale Altersheim Brüggli.


Literatur
– L. Walter, D. im Spiegel seiner Vergangenheit, 1966
– L. Walter, D. im 19. und 20. Jh., 2 Bde., 1993
– R. Kully, Solothurn. Ortsnamen, 2003, 259-262

Autorin/Autor: Hans Brunner