11/08/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken

Boningen

Polit. Gem. SO, Bez. Olten. Im Aaregäu zwischen Aare und Südfuss des Born gelegenes Dorf mit der Aussensiedlung Gsteigli. 1226 in villa Bonningen. 1739 159 Einw.; 1798 178; 1829 211; 1850 281; 1900 287; 1950 376; 1970 327; 2000 636.

Im Eichliban finden sich Überreste eines Hallstatt-Grabhügels, im Bättel eines röm. Gutshofs. B. gelangte als Teil der Herrschaft Fridau 1463 an Solothurn und gehörte bis 1798 zum Gericht Hägendorf in der Vogtei Bechburg/Niederes Amt. Urspr. nach Hägendorf pfarrgenössig, wurde B. 1687 nach Kappel umgepfarrt. Neben der 1744 erbauten Kapelle Maria Hilf besteht seit 1975 eine dem hl. Bruder Klaus geweihte Kirche. 1687-1803 Teil der Schulgemeinde B.-Kappel-Gunzgen, bildete B. danach eine eigene Schulgemeinde. Ausser in der dominierenden Landwirtschaft betätigten sich die Einwohner von B. als Flösser und Fischer. Um 1589 bestand für kurze Zeit eine Mühle. Früher existierte eine Zollstätte im Zusammenhang mit der Aarefähre, die 1895 (Bau des Kraftwerks Ruppoldingen) ihren Betrieb einstellte. 1567 und 1597 ereigneten sich grosse Dorfbrände. Das Wirtshaus St. Urs mit einem Tavernenschild von 1793 wurde 1644 in gotisch-barockem Mischstil erbaut. In B. steht das letzte im Kanton erhaltene Tanzhüsli (1789). Die malerische Gebäudegruppe im unteren Dorfteil mit Kapelle, Speicher und Feuerweiher stammt von 1712. Vor dem Bau der A1/A2 um 1970, die das Dorf gegen Norden abgrenzt, erfolgte eine Teilgüterzusammenlegung. An der Autobuslinie Olten-Wolfwil gelegen, weist B. viele Wegpendler (1990 77%) v.a. in den Raum Olten-Rothrist auf. Ausdruck der Entwicklung zur Wohngemeinde sind die neuen Siedlungen im Gsteigli. 1990 waren 12% der Erwerbstätigen im 1. Sektor (1930 39%), 42% im 3. Sektor beschäftigt. In der Allmend an der Strasse nach Fulenbach steht ein Kieswerk. 1927-79 bestand in B. ein Blindenheim.


Literatur
– J. Pfluger, Solothurn. Gäu, 1963
– U. Wiesli, Geographie des Kt. Solothurn, 1969
– G. Loertscher, Kunstführer Kt. Solothurn, 1975
– U. Wiesli, Olten und seine Region, 1979
– R.M. Kully, Solothurn. Ortsnamen, 2003, 216-218

Autorin/Autor: Urs Wiesli