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Bornhauser, Thomas

geboren 19.5.1799 Weinfelden, gestorben 9.3.1856 Müllheim, ref., von Weinfelden. Sohn des Hans Thomas, Müllers, später Taglöhners, und der Ursula geb. Widmer, von Bürglen (TG). ∞ 1825 Magdalena Roth, Tochter eines vermögenden Fabrikanten aus Teufen (AR). Aus einer alteingesessenen, aber verarmten Fam. stammend, konnte B. dank Stipendien von Weinfelder Bürgern am Carolinum Zürich Theologie studieren. Nach dem Examen unterrichtete er als Provisor in Weinfelden, bis er 1824 die Berufung als Pfarrer nach Matzingen bekam. Er dichtete, so v.a. das als Volksstück beliebte Trauerspiel "Gemma von Arth" (1828), schrieb viel beachtete polit. Artikel in der angriffigen "Appenzeller Zeitung" und löste 1830 nach der franz. Julirevolution mit seiner Schrift "Über die Verbesserung der thurg. Staatsverfassung" eine Volksbewegung aus, die auch auf andere Kantone übergriff. Um seinen Forderungen nach Öffentlichkeit, Gewaltentrennung, direkten Wahlen, Handels- und Gewerbefreiheit sowie Petitionsrecht Nachdruck zu verleihen, berief der begabte Rhetoriker mit Gleichgesinnten am 22.10. und am 18.11.1830 Volksversammlungen in Weinfelden ein. Am 25.11.1830 wählten mehrere Kreise B., den unbestrittenen Anführer der thurg. Regenerationsbewegung, zum Ehrenmitglied des Gr. Rats, obwohl darin nur Vertreter weltl. Standes sitzen durften. Nach einem Volksauflauf, entstanden aufgrund von Gerüchten über ein Attentat auf B., übernahm er 1831 das Präsidium der Verfassungskommission. Nach der Annahme der Verfassung zog er sich vorübergehend aus dem Gr. Rat zurück. Als Pfarrer in Arbon (ab 1831) und Müllheim (ab 1851) widmete er sich vorwiegend der Dichtung, schaltete sich aber zeitweise wieder in die Politik ein, so 1836 mit einer Rede für die Aufhebung der Klöster und 1849 als Präs. des Verfassungsrats.


Werke
Ausgewählte Schr., 1898
Archive
– BürgerA Weinfelden, Nachlass
Literatur
– J. Christinger, Thomas B., 1875 (21898)
– O. Frei, «Die geistige Welt Thomas B.s», in ThBeitr. 86, 1949, 3-85

Autorin/Autor: Markus Schär