Kammersrohr

Polit. Gem. SO, Bez. Lebern. Kleinste Gem. des Kantons auf einer Terrasse am südl. Jurafuss. 1374 ze Rore. 1798 30 Einw.; 1850 68; 1900 51; 1950 36; 2000 39. Die Hofgruppe heisst seit 1563 K., abgeleitet von der Fam. Kammer, die im 15. bis 16. Jh. hier wohnhaft war. Ab ca. 1050 gehörten die Steckhöfe zur Herrschaft Balm, ab 1411 zur Stadt Solothurn. 1487-1798 war K. Teil der Vogtei Flumenthal (mit Gericht), ab 1803 Teil des Bez. Lebern. Im 16. Jh. hatte der Solothurner Urs Zurmatten Grundbesitz in K. Vom 15. bis 18. Jh. kam es zu Grenzstreitigkeiten zwischen K. und dem bern. Amt Bipp. Die letzte grosse Grenzbereinigung erfolgte 1762. Nach der Helvetik und der Mediation war die Rechtsstellung der Gem. widersprüchlich. 1840 wurde K. vom Regierungsrat zur selbstständigen polit. Gem. erklärt. Die Kirchen- und Schulsteuerpflichtigkeiten blieben bis um 1900 umstritten. K. gehörte zur Pfarrei Flumenthal, heute zur Pfarrei Günsberg-Niederwil-Balm-K. 1901 machte das Bundesgericht die vom Solothurner Kantonsrat beschlossene Vereinigung mit Hubersdorf rückgängig. 1995 wurde K. erste Einheitsgem. des Kt. Solothurn. K., das über keine eigenen Schulen verfügt, gehört dem Zweckverband Kreisschule Unterleberberg an. Die Kleingem. hat ihren landwirtschaftl. Charakter bewahrt.


Literatur
– C. Studer, Die Gesch. von K., 1981

Autorin/Autor: Urs Zurschmiede