Bonneville, La

Wüstung in der Gemeinde Val-de-Ruz NE. Die Ruinen im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Engollon sind unter der Vegetation auf einer Fläche von 200 x 80 m noch sichtbar. La B. wurde von den von Aarberg, Herren von Valangin, im 13. Jh. gegründet, um Siedler anzuziehen. Das Städtchen, auch Neuveville oder Villeneuve genannt, war durch zwei Erdwälle geschützt und von Gräben umgeben. Um sich der Lehensherrschaft der Gf. von Neuenburg zu entziehen, lehnten sich die Herren von Valangin an die Fürstbf. von Basel an: Am 12.12.1295 übergaben sie La B. als Allod dem Bischof von Basel und nahmen es von ihm als Lehen zurück. Am 6.1.1296 wurde dieser Vertrag ergänzt: Die Burg Valangin sollte ebenfalls an den Bischof fallen; die Lehensnahme war für 1299 vorgesehen. Graf Rudolf IV. von Neuenburg sah dadurch seine eigenen Rechte verletzt und fiel mit einer Streitmacht am 28.2.1296 ins Val-de-Ruz ein. In der Schlacht bei Coffrane wurden die Herren von Valangin geschlagen und gefangen genommen. Als der Bf. von Basel dennoch versuchte, Valangin unter seine Herrschaft zu bringen, zerstörte Rudolf IV. am 28.4.1301 La B. Erste Grabungen fanden 1874 und 1883 statt. Ab 1992 wurde das Gelände systematisch abgesucht (landwirtschaftl. Funde, Armbrustpfeile und Münzen).


Literatur
– H. Miéville, «Une trouvaille monétaire à La B. (commune d'Engollon, canton de Neuchâtel)», in MN, 1995, 137-158
– J.-C. Rebetez, «1296: la bataille de Coffrane», in MN, 1996, 131-143

Autorin/Autor: Maurice Evard / AW