Zumikon

Polit. Gem. ZH, Bez. Meilen. Vorortsgemeinde von Zürich auf dem Pfannenstielplateau. 946 de Zumminga. 1467 sechs Haushalte; 1634 113 Einw.; 1850 711; 1900 587; 1950 1'063; 1960 2'039; 2000 4'550. Spätbronzezeitl. Terrassensiedlung (Gössikon-Küsnachtertobel). Versch. Ortsnamen verweisen auf eine alemann. Besiedlung, so jene der Weiler Gössikon (946 Cozinchova) und Waltikon (946 Waltlinchova). 1271 wird in Z. eine Filialkapelle des Zürcher Grossmünsters erwähnt. Das offenbar nach der Reformation nicht mehr benützte Gotteshaus wurde 1597 wiederhergestellt. Ein Pfarrvikar wurde eingesetzt, der jedoch im 18. Jh. noch in der Stadt Zürich residierte. Der Neubau der Kirche erfolgte 1730-31. 1868 schuf der Regierungsrat ein ref. Pfarramt und beendete so das alte Filialverhältnis zum Grossmünster Zürich. Z. gehörte nachweislich ab 1333 zum Zollikoner Teil der 1218 aufgesplitterten Reichsvogtei Zürich und kam so mit Zollikon 1358 zur Stadt Zürich. Das heimindustrielle Textilgewerbe war spezialisiert: 1787 betätigten sich nur 6 Personen in der Baumwollspinnerei, hingegen wurden 26 Baumwoll- und 9 Mousselinewebstühle gezählt. Im 19. Jh. verlagerte sich die Heimarbeit auf das Seidengewerbe (1850 230 Personen, vorwiegend Seidenweberei). 1850 standen 174 in der Landwirtschaft Beschäftigten nur gerade 11 Handwerker gegenüber. 1912 wurde die Forchbahn gebaut und Z. erhielt einen Bahnhof. Der Golfplatz besteht seit 1930. Die Bauzonenplanung datiert von 1946, die Dorfumfahrung von 1963. Die attraktive Wohnlage zog finanzstarke Einwohner an. 2011 verfügte Z. über die drittgrösste Steuerkraft im Kt. Zürich. 1977 wurden die Forchbahn und die Strasse in den Untergrund verlegt. Auf der dadurch entstandenen Überdachung wurde 1982 ein Dorfzentrum errichtet, das je nach Standpunkt ein "Idealdorf" oder aber ein Symbol des "steingewordenen Schweizergeists" der 1980er Jahre verkörpert.


Literatur
Zumiker Bote, 1992, H. 2
– B. Frei, Wohnort: 8126 Z., 2009

Autorin/Autor: Martin Illi