Radegg

Die zwischen 1923 und 1937 erforschte Ruine in der Gem. Wilchingen SH liegt auf der Spitze eines ins Wangental vorspringenden Felssporns, der auf drei Seiten steil abfällt. Ein nordöstlich vorgelagertes Plateau ist durch Wall und Graben unbestimmter Zeit geschützt. Im Burggraben, der den Felskopf auf drei Seiten umgibt, sind Spuren der Materialgewinnung sichtbar. Die in einem Zug erbaute Burg umfasst von Osten nach Westen einen mächtigen Turm, einen Zwischenbau oder Hof mit Zisterne und einen zweiten Turm. Die Mauern der Angriffsseiten sind bis zu 4 m, die ungefährdete Südmauer 2,8 m stark. Baukonzept, bossierte Eckquader und mächtige Steinblöcke sprechen für eine Bauzeit um 1200. Ein Vorgängerbau ist nicht auszuschliessen. R. wurde vermutlich kurz nach 1300 zerstört. Eine Zuordnung zu den Frh. von R. ist fraglich.


Literatur
– K. Schib, «Chronik der Ausgrabungen und Gesch. der Herren von R.», in SchBeitr. 15, 1938, 228-260
– D. Reicke, "Von starken und grossen Flüejen", 1995, 111 f.

Autorin/Autor: Heinrich Boxler