07/11/2013 | Rückmeldung | PDF | drucken

Klingnau (Kommende)

Johanniterkommende in der polit. Gem. K. Die drei Söhne des Frh. Ulrich von Klingen, der das Städtchen K. gegründet hatte und 1229 von einem Kreuzzug ins Hl. Land zurückgekehrt war, schenkten den Johannitern zu Leuggern 1251 eine Hofstätte in der Unterstadt K. für den Bau einer Kommende. 1257 wird die Johanniterkirche erstmals erwähnt, 1266 das rechtwinklig dazu stehende Ordenshaus, Vorläufer des heutigen Baus aus dem 18. Jh. Ab 1268 wurden K. und Leuggern in Personalunion von K. aus verwaltet. Im 13. und 14. Jh. weitete die Kommende den Güterbesitz aus und erwarb u.a. 1257 die Kapellen in Tegerfelden und Endingen, 1298 die Vogtei zu Hechwil im Schwarzwald, 1335 Burg und Städtchen Biberstein, 1345 das Patronatsrecht der Kirche Horgen. 1349 schloss Zürich mit der Kommende K. ein Burgrecht. Auf dem der Komturei angegliederten Schollhof beim Obern Tor in K. lebten Johanniterinnen, um 1400 u.a. Anna Manesse (Ehefrau des Zürcher Schultheissen Rüdiger VIII. Manesse). 1416 wurde Leuggern Sitz der Doppelkommende, in K. amtierte fortan ein weltl. Schaffner. Die got. Kirche wurde im 17. Jh. gegen Westen verlängert. Das Johanniterkreuz auf dem ehem. Dachreiter ziert heute den Turm der Friedhofskapelle K. Nachdem die aarg. Regierung 1806 die Kommende Leuggern-K. aufgehoben hatte, kaufte die Gem. K. 1810 vom Kanton die Johanniterkirche und baute sie zum Schul- und Rathaus um; von 1904-83 diente sie als Fabrik. Im Ordenshaus führte man 1894-1930 eine Armenerziehungsanstalt, seither ist es in Privatbesitz. 1984 erwarb die kath. Kirchgem. K. die ehem. Johanniterkirche und eröffnete darin nach dem Umbau 1989 das Pfarreizentrum "Johanniter".


Archive
– Generallandesarchiv Karlsruhe, ältestes Siegel der Kommende, von 1270
– StAAG
Literatur
– O. Mittler, Gesch. der Stadt K., 1239-1939, 1947 (21967)
Clingenowe-K., 1989
HS IV/7, 273-281

Autorin/Autor: Peter Ziegler