Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund (SIG)

Der SIG ist der Dachverband der meist als private Vereine organisierten jüd. Gemeinden in der Schweiz (Judentum). Nur die ultraorthodoxen jüd. Gemeinden gehören ihm nicht an. Der 1904 zur Bekämpfung des Schächtverbotes gegründete SIG fördert und wahrt die gemeinsamen Interessen der Juden in der Schweiz. Er vertritt sie gegenüber eidg. Behörden, Kirchen, gesamtschweiz. Institutionen und Medien sowie internationalen jüd. Organisationen. Weitere Aufgaben sind die Bekämpfung von Antisemitismus und Rassismus, die Stärkung der jüd. Identität und Hilfeleistungen (insbesondere für Flüchtlinge) im Rahmen des ihm angegliederten Verbandes Schweiz. Jüdischer Fürsorgen. 1933-45 versuchte er die Lage der von innen und aussen bedrohten Schweizer Juden durch die von ihm organisierte Abwehr des Antisemitismus zu stabilisieren und mittels der Flüchtlingshilfe bedrohte Juden zu retten. Ab 1995 wirkte er unter der Führung von Rolf Bloch in der Frage der nachrichtenlosen Vermögen vermittelnd zwischen schweiz. Behörden und Banken einerseits und dem World Jewish Congress andererseits.

Präsidenten des SIG
1904-1914Hermann Guggenheim
1915-1936Jules Dreyfus
1936-1943Saly Mayer
1943-1946Saly Braunschweig
1946-1973Georges Brunschvig
1973-1980Jean Nordmann
1980-1988Robert Braunschweig
1988-1992Michael Kohn
1992-2000Rolf Bloch
2000-2008Alfred Donath
2008-Herbert Winter

Quellen:SIG


Archive
– AfZ
Literatur
S. 1904-54, 1954
– J. Picard, Die Schweiz und die Juden 1933-45, 1994 (21997)
Jüd. Lebenswelt Schweiz, hg. von G. Rosenstein et al., 2004

Autorin/Autor: Ralph Weingarten