Campell

Auf einem Felssporn über der Albula gelegene Burgruine, auch Campi genannt, in der Gem. Sils im Domleschg (GR). Im Mittelpunkt befindet sich der quadrat. Bergfried mit bündig anschliessendem Palas und Bering, im Westteil eine viereckige Tankzisterne. Die Anlage wird durch einen doppelten Graben geschützt. Verschiedene Bauphasen (frühes 13. bis 15./16. Jh.) haben C. stark verändert; trotzdem konnte der sechsstöckige Bergfried sein ma. Aussehen bewahren. C. ist ein Paradebeispiel für die sog. addierende Bauentwicklung: Um den Turm herum werden Bauten gruppiert, bis das Gelände überbaut ist; weiterer Platzbedarf wird durch Aufstockung der Gebäude befriedigt. Auf Rodungsland um 1200 vermutlich durch die Herren von C. gegründet, kam die vesti Campell wahrscheinlich zwischen 1410 und 1418 in den Besitz des Bf. von Chur und wurde 1418 an die Schauenstein-Ehrenfels verliehen. Anschliessend mehrmals Besitzerwechsel. Im 17. und 18. Jh. allmählicher Zerfall.


Literatur
– O.P. Clavadetscher, W. Meyer, Das Burgenbuch von Graubünden, 1984, 134-138

Autorin/Autor: Maria-Letizia Boscardin