Baldenstein

Schlossanlage bei Sils im Domleschg GR, auf einem Geländesporn südöstl. des Zusammenflusses von Albula und Hinterrhein. Im Norden Absturz gegen die Albula, auf den übrigen Seiten Trockengräben. Der heutige Zustand des Bauwerks beruht auf der Wiederherstellung nach dem Brand von 1877. Die ma. Topografie wurde durch neuzeitl. Gartenanlagen und Terrassierungen stark verändert. Der rechteckige Bergfried datiert aus der 1. Hälfte des 13. Jh., der Unterbau des im Westen angrenzenden Wohn- und Repräsentationstrakts evtl. noch aus dem SpätMA. Die übrigen Bauten stammen aus dem 16. und 17. Jh. (neugot. Elemente, reiche Innenausstattung). Ein Ebo von B. ist nur 1246 und 1252 erw.; 1289 war B. im Besitz der Herren von Löwenstein. Nach versch. Besitzerwechseln (u.a. vom Stein, Rinck von B.) ist B. seit 1782 im Besitz der Fam. Conrad von B., heute Familienstiftung.


Literatur
– O.P. Clavadetscher, W. Meyer, Das Burgenbuch von Graubünden, 1984, 132-134

Autorin/Autor: Maria-Letizia Boscardin