Fracstein

Burgruine in der Klus am Eingang ins Prättigau, Gem. Seewis im Prättigau GR. Rätorom. Ferporta. Die Grottenburg bestand aus einem wehrhaften, viergeschossigen Wohnbau (Haupttrakt), der Sperrmauer (Letzi) mit Zollstation an der Landquart, der Kirche St. Aper und der Pfarrwohnung (Burgpfaffenhaus) am Fuss der Felswand. Im Verputz des Wohn- und Repräsentativraumes im 3. Stock (Haupttrakt) sind Ritzzeichnungen aus der Zeit um 1300 erhalten: herald. Zeichen (Schildbilder mit Helmen), Burgen mit vorkragendem Oberbau aus Holz sowie andere Motive, u.a. Palisade. Versch. Wappen lassen sich den Adelsgeschlechtern der Gegend zuweisen. Vermutlich Ende des 12. Jh. durch die Herren von Aspermont gegründet, fiel die grossräumige Anlage 1338 an die Gf. von Toggenburg, wurde 1466 zum österr. Besitz geschlagen und bald darauf verlassen; die Burgkirche wurde bis ca. 1530 benutzt. Um 1570 war F. bereits Ruine.


Literatur
– O.P. Clavadetscher, W. Meyer, Das Burgenbuch von Graubünden, 1984, 330-338

Autorin/Autor: Maria-Letizia Boscardin