Santa Maria in Calanca (Burg)

Burgruine auf schroffer Felsrippe oberhalb der Pfarrkirche in der Gem. S. GR. Zur ersten Bauperiode (vielleicht noch vor 1200) gehören die Spuren einer unregelmässig der Felskante folgenden Ringmauer und eines Wohntrakts im Nordteil (Verputzfragmente mit Malresten in Schutt). Aus der zweiten Periode (um 1300) stammt der mächtige, fünfeckige Donjon. Unterstes Geschoss als Zisterne benützt, zwei Obergeschosse mit Kaminbeheizung und Latrinenschächten. Wehrplatte als oberer Abschluss. Ursprünglich lokaler Adelssitz (1203 ser Anricus de Calanca), im 13. Jh. Übergang an die Frh. von Sax, die den Donjon bauen liessen. Sitz von Angehörigen der von Sax (urkundlich 1291, 1296 und 1316 bezeugt). Die Burg selbst wird erst im 15. Jh. erwähnt (die Urkunde von 1253, ausgestellt im castro Calanca, ist eine Fälschung aus dem 15. Jh.). Die Burganlage wurde wohl im Verlauf des 15. Jh. verlassen.


Literatur
– O.P. Clavadetscher, W. Meyer, Das Burgenbuch von Graubünden, 1984, 245-247
– E. Agustoni, Guida all'arte della Calanca, 2005, 42

Autorin/Autor: Werner Meyer