Juvalta

J. bezeichnet die beiden in der Gem. Rothenbrunnen GR gelegenen, auf die Herren von J. zurückgehenden Juvalt-Burgen, die Burgruinen Hoch- und Innerjuvalt.

1 - Hochjuvalt

Hochjuvalt (häufig fälschlicherweise als Niederjuvalt bezeichnet) ist eine zweigeteilte, auf schmalem, schroffem Felssporn liegende Burgruine, die aus dem unteren, sich am Ufer des Hinterrheins befindenden Wehrbezirk besteht, der Vorburg, und dem oberen Wehrbezirk, der Hauptburg. Diese weist Reste des fünfgeschossigen Hauptturmes, des Anbaus, Gräben und spärl. Ringmauerreste auf. Die Eingangspartie der Anlage ist weitgehend abgetragen. Der alte Burgweg ist unter Geröll verschüttet. Vom unteren Burgteil ist nur ein Mauergeviert erhalten, das durch den Strassenbau beeinträchtigt wurde. Hochjuvalt wurde wohl im 12. Jh. als Sitz der Herren von J. errichtet. 1352 im Besitz des Bf. von Chur, wechselte die Burg im 15. Jh. als Pfandobjekt mehrfach den Besitzer. 1451 wurde Hochjuvalt in der Schamserfehde vermutlich beschädigt und um 1500 aufgelassen. Sie wird bereits um 1550 als Ruine erwähnt.

Autorin/Autor: Maria-Letizia Boscardin

2 - Innerjuvalt

Die Burgruine Innerjuvalt (häufig fälschlicherweise als Ober- oder Hochjuvalt bezeichnet) liegt östlich oberhalb Rothenbrunnen auf einer schroffen Felszinne am Eingang ins Domleschg. Sie gliedert sich in eine Ober- und eine Unterburg. Auf der Oberburg wurde zuerst um 1250 ein zweigeschossiger Palas errichtet, anschliessend der Hauptturm und das südl. Palasgebäude gebaut. Ein Aussenbering umschloss eine Zisterne und einen Backofen. In der Unterburg befanden sich weitere Wohn- und Ökonomiebauten. Archäolog. Untersuchungen (1980, 1982, 1990) erbrachten baugeschichtlich wichtige Befunde und wertvolle Kleinfunde. Innerjuvalt wurde wohl um 1250 durch die Herren von J. errichtet, bald nach 1500 verlassen und befand sich 1550 bereits in ruinösem Zustand.

Quellen und Literatur

Literatur
– O.P. Clavadetscher, W. Meyer, Das Burgenbuch von Graubünden, 1984, 127-132
– U. Clavadetscher, M. Janosa, «Die Burgruine Innerjuvalt bei Rothenbrunnen», in Archäologie in Graubünden, 1992, 314-320

Autorin/Autor: Maria-Letizia Boscardin