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Gabrini, Antonio

geboren 20.9.1814 Mailand,gestorben 5.11.1908 Lugano, kath., aus Mailand. Sohn des Camillo und der Antonietta geb. Milesi. Ledig. G. stammte aus einer Mailänder Fam., besuchte in der Schweiz das Institut Fellenberg in Hofwil und bildete sich in Genf und Paris zum Arzt aus. Danach zog er nach Lugano zu Giacomo Ciani, einem Verwandten mütterlicherseits, der sich seit G.s Kindheit seiner angenommen hatte, und erhielt 1847 das Tessiner Bürgerrecht. Im selben Jahr nahm er am Tessiner Feldzug gegen Sonderbundstruppen in Airolo teil, bei dem er verhaftet wurde. 1848 beteiligte er sich mit Tessiner Freiwilligen an den antiösterr. Aufständen im Lombardo-Venezian. Königreich. 1859-63 Tessiner Grossrat, 1870-77 Rektor des kant. Lyzeums Lugano. G. beerbte die Gebrüder Ciani und hinterliess die grosse Villa Ciani am See Mailänder Verwandten, die sie 1912 der Stadt Lugano veräusserten. Wohltäter des Ospedale italiano in Lugano.


Literatur
– G. Martinola, Gli esuli italiani nel Ticino 1, 1980, 114 f.
DBI 51, 117 f.

Autorin/Autor: Carlo Agliati / CN