• <b>Halten</b><br>Zerstörung der Burgen Aeschi und Halten im Jahr 1332 während des Gümmenenkriegs. Kolorierte Federzeichnung in der Chronik von  Benedikt Tschachtlan,   1470 (Zentralbibliothek Zürich, Handschriftenabteilung, Ms. A 120, S. 129). Im unteren Bild ziehen die Solothurner und Berner Truppen nach der Eroberung der Burg von Halten mit dem erbeuteten Banner der Grafen von Kyburg ab. Von der um 1200 erbauten Burg ist heute nur noch der Turm teilweise erhalten. Er besass bis zum Brand im frühen 16. Jahrhundert einen Oberbau aus Holz, wie er in der Illustration noch zu sehen ist.

Halten

Polit. Gem. SO, Bez. Wasseramt, Burg und ehem. Herrschaft. Die Gem. lehnt sich über dem östl. Ufer der Oesch an einen Schotterhang und liegt an der Strasse, die sich gegen Heinrichswil auf diesem Hang erstreckt. Bestimmend für die Anlage war die an höchster Stelle erbaute zähring. Burg mit dem noch erhaltenen Wohnturm aus dem 12. Jh. 1201 Haltun, 1274 Halton. 1799 137 Einw.; 1813 92; 1850 198; 1900 361; 1950 476; 1960 438; 2000 791. Überreste aus der Bronzezeit. Eine kelt. Besiedlung H.s ist unwahrscheinlich; beim Turm von H. sollen kleine Figuren aus röm. Zeit gefunden worden sein. Ab dem 12. Jh. sind die Herren von H. als zähring. Ministeriale bezeugt. Sie traten nach 1218 in die Dienste der Kyburger. Nach dem Gümmenenkrieg (1332) eroberten Bern und Solothurn u.a. die Kyburger Feste H., von wo Solothurn das Banner der Kyburger mit nach Hause nahm. 1367 konnten die stadtsolothurn. Edlen von Spiegelberg, Verwandte der Herren von H., eine kleine Herrschaft um H. abrunden. 1466 verkauften die von Spiegelberg-von Malrein die Twingherrschaft H.-Kriegstetten für 4'000 rhein. Gulden an die Stadt Solothurn; das Hochgericht kam erst 1665 von Bern an Solothurn. Zur Herrschaft zählten ausser H. Kriegstetten, Oekingen, Hersiwil, Heinrichswil, Winistorf, Derendingen, Horriwil, Hüniken, Etziken (zu zwei Dritteln) ferner hälftig Aeschi und Steinhof (Exklave), sowie Hermiswil (1665 an Bern). Bis 1798 bildete H. einen Teil der innern Vogtei Kriegstetten. Zur Herrschaft H. gehörten eine Hanfreibe und eine Twingmühle. Zehntherren waren v.a. die Fam. von Roll und die Stadtgem. Solothurn. Kirchlich gehört H. zur Pfarrei Kriegstetten. Die Reformierten sind der Kirchgem. Derendingen zugeordnet. 1887 wurde eine Sektion des Grütlivereins gegründet. Die Schule in H. besteht seit 1907, vorheriger Schulort war Kriegstetten. 1948 zusammen mit Hersiwil Güterzusammenlegung. Der Turm zu H. ist im Umkreis der Stadt Solothurn neben Buchegg der einzige noch erhaltene Turm (heute Stiftung Schloss Halten, Heimatmuseum).

<b>Halten</b><br>Zerstörung der Burgen Aeschi und Halten im Jahr 1332 während des Gümmenenkriegs. Kolorierte Federzeichnung in der Chronik von  Benedikt Tschachtlan,   1470 (Zentralbibliothek Zürich, Handschriftenabteilung, Ms. A 120, S. 129).<BR/>Im unteren Bild ziehen die Solothurner und Berner Truppen nach der Eroberung der Burg von Halten mit dem erbeuteten Banner der Grafen von Kyburg ab. Von der um 1200 erbauten Burg ist heute nur noch der Turm teilweise erhalten. Er besass bis zum Brand im frühen 16. Jahrhundert einen Oberbau aus Holz, wie er in der Illustration noch zu sehen ist.<BR/>
Zerstörung der Burgen Aeschi und Halten im Jahr 1332 während des Gümmenenkriegs. Kolorierte Federzeichnung in der Chronik von Benedikt Tschachtlan, 1470 (Zentralbibliothek Zürich, Handschriftenabteilung, Ms. A 120, S. 129).
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Archive
– StASO
Literatur
– P. Kaiser, Die Menschen, die Gem., die Mühle von H., 2001

Autorin/Autor: Othmar Noser