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Junod, Henri-Alexandre

geboren 17.5.1863 Saint-Martin (Gemeinde Val-de-Ruz), gestorben 22.4.1934 Genf, begraben auf eigenen Wunsch in Rikatla (Mosambik), ref., von Lignières. Sohn des Henri, Pfarrers, und der Marie-Adèle geb. Dubied. ∞ 1) 1889 Emilie Biolley, von Couvet, 2) 1904 Hélène Kern, von Zürich. Theologiestud. in Neuenburg. 1889-96 Missionar der Mission Suisse Romande in Rikatla, 1899-1907 Aufbau einer evang. Schule in Shiluvane (Südafrika). 1907 kehrte J. nach Rikatla, 1921 in die Schweiz zurück. Ab 1895 wandte er sich vermehrt linguist. und ethnolog. Forschungen zu. J. war u.a. Präs. des Bureau International pour la Défense des Indigènes. Als einer der Ersten versuchte er, den kulturellen Hintergrund der Stämme bei seiner missionar. Tätigkeit zu berücksichtigen. In seinem literar. Schaffen und seinen Briefen kritisierte J. die Auswirkungen von Imperialismus und Kapitalismus auf die ansässige Bevölkerung. Obwohl seine Schriften heute v.a. methodisch mit Vorsicht zu betrachten sind, bilden sie eine unschätzbare Quelle an Informationen zu Afrika zwischen 1890 und 1920.


Werke
Grammaire ronga [...], 1896
The Life of a South African Tribe, 1912-13
Literatur
– P. Harries, «The anthropologist as historian and liberal: H.-A. J. and the Thonga», in Journal of Southern African Studies 88, 1981, Nr. 1, 37-50
– P. Harries, Photography and the Rise of Anthropology: Henri-Alexandre J. and the Tonga of Mozambique and South Africa, 2002
– S. Reubi, «Aider l'Afrique et servir la science: Henri Alexandre J., missionnaire et ethnographe (1863-1934)», in RHN, 2004, 197-214

Autorin/Autor: Stephanie Summermatter