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Trimbach

Polit. Gem. SO, Bez. Gösgen. Zwischen Aare und Hauensteinpass gelegenes, zum Vorort Oltens verstädtertes Dorf, zu dem auch die Einzel- und Steckhöfe Rumpel, Miesern, Mahrenacker, Erlimoos und Frohburg gehören. 1244 Trinbach. 1738 529 Einw.; 1804 758; 1850 1'054; 1900 2'066; 1950 4'622; 1970 7'649; 2000 6'173. Neolith. Funde auf dem Dickenbännli und auf der Frohburg, bronzezeitl. Funde in der Herrengasse und im Rintel, frühma. Gräberfeld beim Friedhof. Auf Gemeindegebiet steht die Frohburg, die Stammburg der Gf. von Frohburg, die im HochMA die hohe und niedere Gerichtsbarkeit ausübten. 1307 gingen diese an die Nidauer, 1376 an die Thiersteiner und 1418 an die Falkensteiner. 1458 kam T. durch Kauf an Solothurn. Der Kirchensatz lag beim Stift Zofingen, gelangte 1528 an Bern und war 1541-1874 beim Stift Schönenwerd. Die erste Kirche, deren Entstehungszeit unbekannt ist, stand beim heutigen Friedhof. 1776 wurde die Mauritiuskirche eingeweiht. 1873 ging sie an die Christkatholiken, bis die röm.-kath. Kirchgemeinde sie 1908 zurückkaufte, 1942 erweiterte, 1981 und 2010 renovierte. 1908-09 entstand die christkath. Kreuzkirche. 1459 wird eine Barbarakapelle, 1555 die Dreifaltigkeitskapelle erwähnt. 1873 beanspruchten die Christkatholiken letztere, verzichteten aber 1910 auf das Miteigentumsrecht. 1962 wurde sie renoviert. 1951 wurde die ref. Johanneskirche eingeweiht. Mit Hauenstein-Ifenthal, Wisen und Winznau bildet T. einen Pfarrkreis der ref. Kirchgemeinde Olten mit eigenem Pfarramt seit 1915. 1363 wurde erstmals eine Zollstätte erwähnt. Beim Bau des alten Hauensteintunnels 1853-58 kam es 1857 zum Einsturz des Tunnelschachts, bei dem 63 Menschen den Tod fanden. 1853-58 wurde die Tannwaldeisenbahnbrücke und 1914 die Strassenbrücke über die Aare errichtet, 1912-16 der Hauenstein-Basistunnel gebaut. Neben den bäuerl. Betrieben und den Fuhrleuten, die im Passverkehr beschäftigt waren, gab es im 18. Jh. sieben Gipsmühlen und eine Ziegelei. Die von den Frohburgern gegr. Mühle stellte ihren Betrieb 1958 ein. 1808 arbeiteten 30 Strumpfweber und Kappenmacher im Dorf. Ab 1901 liessen sich erste Betriebe des grafischen Gewerbes (Gebr. Rentsch) und der Nahrungsmittelindustrie (Gebr. Wernli) nieder, ab 1970 kamen Firmen aus der Bau-, Metall- und Möbelindustrie sowie der Optikerbranche dazu. 1950-80 verdoppelte sich die Zahl der Arbeitsplätze von 995 auf 1'832 und nahm bis 2005 wieder auf 1'488 ab; die Zahl der Zupendler verfünffachte sich von 229 auf 1'109 bis 2000, während die der Wegpendler sich 1950-80 von 1'265 auf 2'644 verdoppelte und bis 2000 wieder auf 2'313 abnahm.


Literatur
– W. Reber, Zur Verkehrsgeographie und Gesch. der Pässe im östl. Jura, 1970
– B. Vögtli, T., 1975
– P. Gutzwiller, Das vorma. Fundgut vom Areal der Frohburg bei T./SO, 1989
– A. Schluchter, Das Gösgeramt im Ancien Régime, 1990

Autorin/Autor: Hans Brunner