• <b>Habsburg (Burg)</b><br>Ansicht der Burg. Radierung aus der 1654 veröffentlichten "Topographia Helvetiae, Rhaetiae et Valesiae" von  Matthaeus Merian (Zentralbibliothek Zürich).

Habsburg (Burg)

Ehem. Doppelwohnburg der Gf. von H., oberhalb der gleichnamigen Gem. im Kt. Aargau gelegen. Erhalten ist nur noch der westl. Teil der ursprüngl. Anlage; der östl. Teil wurde archäologisch untersucht. Demnach war die Anhöhe bereits in der mittleren Bronzezeit und in der Römerzeit begangen. Die um 1020/30 vermutlich durch den Frühhabsburger Radbot erfolgte Gründung ist schriftlich überliefert. Radbot errichtete im Rahmen des hochma. Landesausbaus die vordere Burg, den östl. Teil, als Rodungsherrschaft mit den Höfen und Fluren des heutigen Dorfes H. Die Burg bildete den Mittelpunkt des damaligen habsburg. Besitzes, des "Eigen" (Eigenamt), und ab 1100 benannte sich auch die Gründerfamilie nach ihr. Im letzten Drittel des 11. Jh. erfolgte der Ausbau zur Doppelanlage. Die vordere Burg diente den Gf. von H. als Wohnsitz, bis diese um 1220/30 wohl in die neu gegr. Stadt Brugg dislozierten. Mit der hinteren Burg waren seit alters her die Schenken von H. und die Truchsessen von H. und Wildegg belehnt. Durch den Ausbau des habsburg. Besitzes verlor die Burg nach 1300 ihre herrschaftspolit. Bedeutung. Der vordere Teil ging nach dem Wegzug der Habsburger an die Herren von Wülpelsberg und um 1300 an die Herren von Wohlen, die 1371 das gesamte Burglehen an sich zogen. Sie ergaben sich 1415 kampflos den Berner Eroberern und wahrten so ihre Besitzrechte. 1420 ging die Burg an die Fam. von Grifensee, 1457 an den Stand Bern, von da 1462 an Hans Arnold Segesser von Brunegg und 1469 an das Kloster Königsfelden. Ab 1528 verwaltete der Königsfelder Hofmeister die mit einem Wächter besetzte Burg, bis sie 1804 in den Besitz des Kt. Aargau gelangte. 1978-83 und 1994-95 wurden umfangreiche Grabungen durchgeführt.

<b>Habsburg (Burg)</b><br>Ansicht der Burg. Radierung aus der 1654 veröffentlichten "Topographia Helvetiae, Rhaetiae et Valesiae" von  Matthaeus Merian (Zentralbibliothek Zürich).<BR/>
Ansicht der Burg. Radierung aus der 1654 veröffentlichten "Topographia Helvetiae, Rhaetiae et Valesiae" von Matthaeus Merian (Zentralbibliothek Zürich).
(...)


Literatur
– P. Frey, «Die H. im Aargau», in Argovia 98, 1986, 23-116
– P. Frey, «Die H.: Ber. über die Ausgrabungen 1994/95», in Argovia 109, 1997, 123-175

Autorin/Autor: Dominik Sauerländer