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Gasparin, Valérie de

geboren 13.9.1813 Genf,gestorben 16.6.1894 Pregny-Chambésy, ref., von Genf. Tochter des Auguste-Jacques Boissier, Grundbesitzers, und der Carole geb. Butini, Tochter des Pierre, Arztes. Schwester des Edmond Boissier. ∞ 1837 Agénor de G. ( -> 1). G.s Hauslehrer war Louis Valette, Erzieher und später luth. Pastor. 1833 veröffentlichte G. "Nouvelles", 1835 "Voyage d'une ignorante dans le midi de la France et l'Italie". Nach dem Tode ihrer Mutter 1836 engagierte sie sich in der Bewegung des Réveil. Ihre religiös geprägten literar. Werke und Veröffentlichungen zu sozialen Fragen umfassen mehr als 80 Titel, darunter die Schrift "Le mariage du point de vue chrétien" (1843) und "Camille", ihr einziger Roman (1866, ins Englische übersetzt 1867). Von 1849 an widersetzte sich G. dem Diakonissenwerk, das mit der Verpflichtung auf Gehorsam, Ehelosigkeit und Einkommensverzicht den Geist kath. Orden nachahmte. 1855 legte sie in der Schrift "Des corporations monastiques au sein du protestantisme" die Auffassungen der Diakonissen dar und stellte ihnen das Ideal der persönl. Freiheit gegenüber. 1859 gründete sie zusammen mit ihrem Mann die Ecole normale de gardes-malades in Lausanne, die erste nichtkirchl. Pflegerinnenschule (später La Source).


Archive
– Ecole La Source, Lausanne
– PrivA G. (BPUG und bei Mme Pierre Boissier, Choulex)
Literatur
Valérie de G., une conservatrice révolutionnaire, hg. von D. Francillon, 1994
– G. Mützenberg, Valérie de G.: une femme de style, 1994

Autorin/Autor: Denise Francillon / AW