Lostorf

Polit. Gem. SO, Bez. Gösgen, die das gleichnamige Dorf auf den Ausläufern des Dottenbergs und der Reitifluh, den Weiler Mahren und das Bad L. umfasst. 1145-53 de Loztorf. 1739 596 Einw.; 1804 707; 1850 1'096; 1900 1'247; 1950 1'474; 2000 3'477. Neolith. Funde wurden im Buerfeld, römische im Refugium Grosser Chastel gemacht. In den Überresten einer röm. Villa entstand im 7. Jh. die älteste Vorgängerin der 1331 erstmals bezeugten St. Martinskirche. Das spätgot. Pfarrhaus wurde 1567, die heutige Kirche im 17. Jh. errichtet. Die erste Erwähnung der Jakobskapelle in Bad L. datiert 1509, die Kapelle im Schloss Wartenfels stammt wahrscheinlich aus der 2. Hälfte des 17. Jh., die Antoniuskapelle in Mahren wurde 1950 eingeweiht. Die ref. Gemeinde L. bildet mit Obergösgen einen Pfarrkreis der Kirchgemeinde Schönenwerd; sie verfügt seit 1968 über eine eigene Kirche und seit 1984 über ein eigenes Pfarramt. L. gehörte zur Herrschaft Wartenfels und kam mit dieser 1465 durch Kauf an Solothurn. 1412 wurden die Quellen von Bad L., die wahrscheinlich schon zur Römerzeit bekannt waren, wieder gefunden. Der Lehenbrief von 1490 bezeugt ein Asylrecht der Badgebäude. Heute bezieht die Thermalbad Lostorf AG das Heilwasser aus zwei gipshaltigen Quellen und zwei Schwefelquellen. Die Mineralquelle Lostorf AG ist seit 1933 eine Tochtergesellschaft der Mineralquelle Eptingen AG. Im Weiler Mahren wurde von 1836 bis 1912 eine eigene Schule geführt. 1768 zählte L. am meisten Grossbauern in der Vogtei Gösgen. Neben 38 Armen und 34 Taunern gab es 11 Vollbauern. Nach der Güterzusammenlegung 1947-49 setzte die rasche Überbauung des Gemeindegebiets ein. Die Arbeitsplätze nahmen durch die Ansiedlung kleinerer Gewerbebetriebe zu, jedoch blieb L. eine typ. Wohngemeinde. Eine Pferdepost nach Olten wurde 1871, ein Automobilkurs 1924 eingerichtet.


Literatur
– A. von Rohr, Die Gesch. L.s und seiner Umgebung, 1989
– O. Flück, L., 1991

Autorin/Autor: Hans Brunner