Kienberg

Polit. Gem. SO, Bez. Gösgen. Dorf in der Grenzregion zum Tafeljura und Fricktal, an der Strasse über die Salhöhe gelegen. 1173 Vlricus et Hartmannus de Chienberh, 1276 dorff ze Kiemberg (Vidimus von 1438). 1739 282 Einw.; 1804 432; 1850 632; 1900 491; 1950 537; 2000 522. Burgruinen K. und Heidegg. K. gehörte dem Kloster Einsiedeln, das die Habsburger als Kastvögte einsetzte. Diese belehnten 1303 die Herren von K. mit der Burg und dem Dorf, mit der hohen und niederen Gerichtsbarkeit sowie mit dem Kirchensatz. Über versch. Besitzer (von Bubenberg, von Thierstein, von Heidegg) gelangte die Herrschaft 1523 an Solothurn. Die Kirche wird 1276, das Patrozinium Unser Frau 1303 erstmals erwähnt. Die heutige Kirche wurde 1627-37 erstellt. K. wurde im Schwabenkrieg und im Dreissigjährigen Krieg durch Raubzüge geschädigt. Im 18. Jh. nahm die Kappen- und Seidenbandweberei im Dorf ihren Anfang. 1808 arbeiteten 18 Weber im Dorf, 1918 waren über 80 Webstühle für die Bandfabrik Bally in Schönenwerd in Betrieb. Nach der Aufgabe der betriebl. Handweberei 1995 wurde die Genossenschaft Handweberei Kienberg gegründet. 1844-1912 und 1923-1976 wurde Gips in K. abgebaut. Die 1891 eingerichtete Postkutschenverbindung nach Gelterkinden wurde 1924 durch einen Postautokurs ersetzt.


Literatur
– L. Rippstein, K., 1991
– R.M. Kully, Solothurn. Ortsnamen, 2003, 413-416

Autorin/Autor: Hans Brunner