29/11/2007 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Hauenstein-Ifenthal

Polit. Gem. SO, Bez. Gösgen. Die aus zwei Teilen und mehreren Einzelhöfen bestehende Gem. wurde politisch stets als Doppelgem. geführt. 1189 Ifental, 1260 Horwen. 1739 431 Einw.; 1804 657; 1850 446; 1900 295; 1950 340; 1980 203; 2000 265. Im Kaibenloch wurden röm. Münzen gefunden. 1263 ging Ifenthal von den Herren von Ifenthal an die Herren von Eptingen. 1458 erwarb Solothurn die Vogtei Gösgen, somit auch die hohe und niedere Gerichtsbarkeit in Hauenstein. Ifenthal kam an die Herren von Eptingen und an die Stadt Basel, ehe es von Solothurn erworben wurde. Zwischen 1250 und 1263 stifteten die Herren von Ifenthal die Kirche mit dem Katharina-Patrozinium in Ifenthal, 1674 wurde dort die heutige Kirche erbaut. Im gleichen Jahr wurden Wisen, Hauenstein und Ifenthal von Trimbach losgelöst und zu einer eigenen Pfarrei erhoben. Der Chorherr Jakob Gugger aus Schönenwerd stiftete zum Unterhalt des Seelsorgers 6'000 Gulden und liess im Jahr darauf das Pfarrhaus bauen. Das Patronatsrecht blieb bis 1823 bei der Stifterfamilie Gugger in Solothurn. In Hauenstein ist 1363 eine erste Kapelle, 1597 eine St.-Niklaus-Kapelle erwähnt. Hauenstein gewann nach 1220 an Bedeutung, als die Strasse über den Untern Hauenstein ausgebaut wurde und der Verkehr über den Erlimoospass und die Challhöchi zurückging. Bevor die neue Passstrasse 1582-89 gebaut wurde, liess man die beladenen Wagen an fest montierten Ablassseilen hinunter. Die heutige Strassenführung stammt von 1827-29. Die Gem. weist bis heute eine landwirtschaftl.-gewerbl. Berufsstruktur auf. 1808 führten 18 Einwohner den Weberberuf aus und besorgten Heimarbeit für Unternehmer in Olten, Aarau und Zofingen. In der Gem. wurden Kalkstein und Opalinuston für die Herstellung von Blähton in der Zementfabrik Hunziker & Cie. AG in Olten abgebaut, bis diese den Betrieb 1996 einstellte. Seit 1948 besteht eine Postautoverbindung nach Olten. 1950 zählte H. 102 Arbeitsplätze, 1980 waren es 77 und 2000 noch 57.


Literatur
– A. Schluchter, Das Gösgeramt im Ancien Régime, 1990

Autorin/Autor: Hans Brunner