Rodersdorf

Polit. Gem. SO, Bez. Dorneck, in einer solothurn. Exklave im hinteren Leimental gelegen. 1226 Ratolsdorf, 1349 Roderstorff. 1798 367 Einw.; 1850 448; 1900 376; 1950 418; 2000 1'279. Röm. Villa, galloröm. Tempel, Wüstung der frühma. Siedlung Biedersdorf, frühma. Friedhof mit Grabbeigaben. 1277 gelangte das Patronatsrecht von der Herrschaft Pfirt an die Ritter von Rotberg in Basel und mit der Herrschaft Rotberg 1515 an Solothurn. Das Dorf wurde 1409 von Baslern, 1445 von Solothurnern niedergebrannt. R. blieb in der Reformationszeit katholisch; eine Minderheit führte aber einen Bildersturm durch. Als Grenzort, der an drei Seiten in den elsäss. Sundgau hineinragt, war R. oft kriegsbedroht. Nach dem Anschluss an die Birsigtalbahn (heute Baselland Transport AG) 1910 wurde R. im 20. Jh. zunehmend zu einer Wegpendlergemeinde der Region Basel.


Literatur
– E. Baumann, Gesch. der Kirche und Pfarrei R., 1938
– E. Baumann, Vom solothurn. Leimental, 1980, 42-108
– R.M. Kully, Solothurn. Ortsnamen, 2003, 573-576

Autorin/Autor: Lukas Schenker