Hofstetten-Flüh

Polit. Gem. SO, Bez. Dorneck. Die auf einer Hochebene südlich des Leimentals in einer solothurn. Exklave gelegene Gem. besteht aus den Teilen Hofstetten und Flüh und heisst seit 1985 offiziell H. 1194 Huhostetten. 1739 495 Einw. (mit Flüh); 1804 503; 1850 858; 1900 899; 1950 1'103; 2000 2'717. Auf dem Hofstetter Chöpfli wurden neolith. und bronzezeitl. Siedlungen sowie eine Wehranlage unbestimmter Zeitstellung entdeckt; in und westlich von Hofstetten stiess man auf Reste einer röm. Siedlung. Hofstetten gehörte zu den sieben freien Reichsdörfern am Blauen und dann zur Herrschaft Rotberg. 1515 kam es an Solothurn (Vogtei Dorneck, Gericht Leimental). 1376 werden bereits zwei Kirchen genannt, die ältere St.-Johannes-Kapelle (in röm. Mauergeviert errichtet, mit spätma. Fresken), die vielleicht auf eine frühma. Vorgängerin zurückgeht, und die St.-Nikolaus-Kirche. Die Kollatur verlieh der Bischof 1517 an die Reich von Reichenstein. Mit dem Erwerb der Herrschaft Rotberg beanspruchte Solothurn die Kollatur; 1529 beauftragte es den Priester in Mariastein mit der Betreuung von H. und Metzerlen. In der Reformationszeit nahm H. einen Prädikanten an. 1636 gelangte die Kollatur ans Kloster Beinwil-Mariastein, das die Pfarrei durch einen Pater bis 1999 betreute. Früher wurde v.a. Getreidebau, aber auch etwas Rebbau betrieben. Infolge der Nähe zu Basel wurde in H. v.a. in der 2. Hälfte des 20. Jh. viel gebaut. Einige Gewerbe etablierten sich im Ort, aber keine Industrien. Viele Arbeitstätige pendeln heute ins nahe Basel.

Am westl. Talrand zwischen Hofstetten und Flüh stehen die Ruinen der Burg Sternenberg, die wohl aus dem 13. Jh. stammt. Sie war Sitz der Herren von Hofstetten (bezeugt 1250-1390) und kam dann an die Fröweler. Nach der Zerstörung durch einen Brand in der der 1. Hälfte des 15. Jh. wurde die Burg nicht mehr aufgebaut. Um 1480 wurde der Güterkomplex von den Gf. von Thierstein-Pfeffingen übernommen und als Lehen ausgegeben. Er gelangte 1526 vorübergehend an Basel und vermutlich noch vor 1529 mit allen Rechten an Solothurn.


Literatur
Kdm SO 3, 1957, 322-331, 335 f.
– E. Baumann, Vom solothurn. Leimental, 1980, 249-275
Gesch. und Kultur: Schriftenreihe zur Ortsgesch. der Gem. H., 1983-, Nr. 1-

Autorin/Autor: Lukas Schenker