• <b>Bundeshaus</b><br>Das erste Gebäude des Bundeshauses, das sogenannte Bundesrathaus, um 1858. Farblithografie eines unbekannten Künstlers (Museum für Kommunikation, Bern). Seit 1895 bildet das Gebäude den Westflügel des Bundeshauses. Ganz links der alte Bernerhof, der 1856–1858 zum Hotel Krone und 1923 zu einem Gebäude der Bundesverwaltung umgebaut wurde und heute das Finanzdepartement beherbergt.

Bundeshaus

Das B. in Bern ist der Sitz der Regierung (Bundesrat) und des Parlaments (Bundesversammlung) der Schweiz. Eidgenossenschaft. Das erste, 1852-57 errichtete sog. Bundesratshaus, das heutige B. West (Architekt Friedrich Studer), genügte den Raumbedürfnissen der Bundesbehörden bald nicht mehr und wurde durch den Bau des spiegelbildl. B.es Ost (1888-92) und des neuen Parlamentsgebäudes (1894-1902, Architekt Hans Auer) zum dreiteiligen Gebäudekomplex erweitert. Vor umfangreichen Renovationsarbeiten am Zentralgebäude 2006-08 wurde bereits der Westflügel saniert. Renovationen am Ostflügel sind ebenfalls vorgesehen.

<b>Bundeshaus</b><br>Das erste Gebäude des Bundeshauses, das sogenannte Bundesrathaus, um 1858. Farblithografie eines unbekannten Künstlers (Museum für Kommunikation, Bern).<BR/>Seit 1895 bildet das Gebäude den Westflügel des Bundeshauses. Ganz links der alte Bernerhof, der 1856–1858 zum Hotel Krone und 1923 zu einem Gebäude der Bundesverwaltung umgebaut wurde und heute das Finanzdepartement beherbergt.<BR/>
Das erste Gebäude des Bundeshauses, das sogenannte Bundesrathaus, um 1858. Farblithografie eines unbekannten Künstlers (Museum für Kommunikation, Bern).
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Während das Bundesratshaus, für dessen Bau die Stadt Bern verantwortlich war, im schlichten Neurenaissancestil errichtet und nur spärlich dekoriert wurde, erhielt das Parlamentsgebäude, ein Repräsentationsbau mit Portikus an der Nordfassade, weithin sichtbarer Kuppel und zentraler Treppenhalle, eine reiche künstler. Ausstattung, die es zu einem Nationaldenkmal macht. Für die Ausführung der Dekorationsarbeiten (Bauplastik, Freiplastik, Wand- und Deckengemälde, Glasfenster, Mosaiken, Kunsthandwerk) wurden 38 Künstler aus allen Landesteilen engagiert. Das Bildprogramm umfasst drei Themen: 1. die nationale Geschichte, dargestellt anhand der wichtigsten Ereignisse der Befreiungstradition (Rütlischwur) sowie hervorragender Institutionen (Landsgemeinde als Sinnbild der alten Eidgenossenschaft), Personen (Tell, Stauffacherin, Winkelried, Niklaus von Flüe), Orte ("Wiege der Eidgenossenschaft") und Daten, 2. die verfassungsmässigen Grundlagen des Bundes wie Bundeszwecke (Unabhängigkeit, Freiheit, Friede), Gewaltentrennung (Exekutive, Legislative), Verantwortung für Ordnung und Sicherheit (Wächter) sowie allgemeine staatspolit. Tugenden, 3. die kulturelle und materielle Vielfalt der Schweiz in ihrer polit. (Kantonswappen), geogr. (Landesteile, Sprachregionen) und berufsständ. Gliederung (schweiz. Arbeitswelt). Der mit der Architektur und Ausstattung des B.es angestrebten schweiz. Selbstdarstellung dienen ferner die beim Bau verwendeten vielfältigen Materialien und gewerbl. Erzeugnisse.


Literatur
– J. Stückelberger, «Die künstler. Ausstattung des B.es in Bern», in ZAK 42, 1985, 185-234
INSA 2, 382-394, 467-469
– M. Bilfinger Das B. in Bern, 2002
– A. Müller, Der verbitterte Bundeshausarchitekt, 2002

Autorin/Autor: Johannes Stückelberger