• <b>Markthallen</b><br>Die Galeries du Rivage (gedeckter Markt in Vevey) kurz nach Beendigung der Bauarbeiten. Fotografie von  Gaston de Jongh,  1935 (Musée historique de Vevey). In diesem Mehrzweckgebäude, das die Architekten Maurice Schobinger, Marcel Taverney und Robert Gétaz 1934–1935 projektiert hatten, sollte einerseits in den Wintermonaten der Markt abgehalten werden, andererseits sollte es ein Ort für kulturelle und sportliche Anlässe sein .
  • <b>Markthallen</b><br>Innenansicht der Galeries du Rivage (gedeckter Markt in Vevey) kurz nach Beendigung der Bauarbeiten. Fotografie von  Gaston de Jongh,  1935 (Musée historique de Vevey). Für die architektonische Qualität dieses Mehrzweckgebäudes war die Mitarbeit des Ingenieurs Alexandre Sarrasin entscheidend, insbesondere wegen der gewagten Konstruktion der Haupthalle mit ihrem Tonnengewölbe aus Beton, das eine Spannweite von 21 Meter aufweist.

Markthallen

M. sind gedeckte Räume für den Handel von Bedarfsgütern und existieren seit der Antike (macella von Augusta Raurica und Colonia Iulia Equestris) in zwei Bautypen. Der häufigere Typ wird durch eine frei zugängl. Halle repräsentiert, deren Dachstuhl auf Holzpfosten oder Pfeilern und Säulen aus Stein oder Metall ruht. Die Händler, v.a. (Gemüse-)Bauern an den Ständen, bieten hier auf den regelmässig stattfindenden Märkten ihre Waren feil. Gelegentlich findet sich dieser Typ im Erdgeschoss öffentl. Gebäude wie z.B. in Ratshäusern (1673-75 Lausanne) oder Kornhäusern. In der Westschweiz blieben mehrere M. des 19. Jh. erhalten: Die Kornhäuser von Aubonne (1801-04), Vevey (1808-10), Morges (1822-27), Moudon (1859-61) oder Sitten (1865-66). Die Markthalle von Montreux (1891-92) ist als Eisenskelettbau in der Schweiz einzigartig. Ihre filigrane, emporschwingende Konstruktion, ergänzt mit Glaselementen, gleicht einem im Ausland häufigen Typ, dessen eindrücklichstes Beispiel die Halles von Paris bilden.

Der zweite Gebäudetyp ist durch eine Anordnung der Läden entsprechend der Zahl der Händler charakterisiert. Diese M. dienten meist dem Verkauf eines einzigen Produkts wie die Tuchhallen in Neuenburg (Maison des Halles, 1569-75), Zürich (Helmhaus, 1564/1793-94) und Genf (Halles du Molard, Beginn 14. Jh./1688-93) oder die Fleischhalle von Zürich (1864-66, 1962 abgerissen).

Im 20. Jh. verhalf Eisenbeton bei zwei M. zu einer ungewöhnl. Grösse und Form der Überdachung: Unter den Gewölbebögen der Markthalle von Vevey (1934-35) verkaufen die Gemüsebauern zweimal wöchentlich ihre Waren. Die Markthalle in Basel (1928-29) beherbergt unter einem Kuppeldach von 60 m Durchmesser einen Grossistenmarkt.

Im Tessin zeigen zwei von Mario Chiattone gebaute M. seinen Architekturstil. Während diejenige von Giubiasco (1937) rationalist. Elemente mit der ländl.-lokalen Tradition zusammenbringt, verknüpft diejenige von Mendrisio (1940-43) die regionale Sprache mit dem Interesse für die klass. Architektur. In beiden M. finden neben den Viehmärkten, für die sie eigentlich konzipiert worden sind, auch Ausstellungen und andere Grossveranstaltungen statt.

<b>Markthallen</b><br>Die Galeries du Rivage (gedeckter Markt in Vevey) kurz nach Beendigung der Bauarbeiten. Fotografie von  Gaston de Jongh,  1935 (Musée historique de Vevey).<BR/>In diesem Mehrzweckgebäude, das die Architekten Maurice Schobinger, Marcel Taverney und Robert Gétaz 1934–1935 projektiert hatten, sollte einerseits in den Wintermonaten der Markt abgehalten werden, andererseits sollte es ein Ort für kulturelle und sportliche Anlässe sein .<BR/>
Die Galeries du Rivage (gedeckter Markt in Vevey) kurz nach Beendigung der Bauarbeiten. Fotografie von Gaston de Jongh, 1935 (Musée historique de Vevey).
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<b>Markthallen</b><br>Innenansicht der Galeries du Rivage (gedeckter Markt in Vevey) kurz nach Beendigung der Bauarbeiten. Fotografie von  Gaston de Jongh,  1935 (Musée historique de Vevey).<BR/>Für die architektonische Qualität dieses Mehrzweckgebäudes war die Mitarbeit des Ingenieurs Alexandre Sarrasin entscheidend, insbesondere wegen der gewagten Konstruktion der Haupthalle mit ihrem Tonnengewölbe aus Beton, das eine Spannweite von 21 Meter aufweist.<BR/>
Innenansicht der Galeries du Rivage (gedeckter Markt in Vevey) kurz nach Beendigung der Bauarbeiten. Fotografie von Gaston de Jongh, 1935 (Musée historique de Vevey).
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Literatur
Kdm
INSA
Guida d'arte della Svizzera italiana, 2007

Autorin/Autor: Joëlle Neuenschwander Feihl / MD