Rietberg

Ausgedehnte Schlossanlage, nördlich von Pratval, in der Gemeinde Domleschg GR, am Rand des Rietbachtobels gelegen, das die fruchtbare Ebene des Domleschg durchschneidet. Im Kern ein Viereckturm (13. Jh.) mit 2,5 m dicken Mauern, Oberbau in der Neuzeit umgestaltet. Innenausbau des Turms im 17. und 18. Jh., auch die angrenzenden Gebäude stammen aus dieser Zeit. Umbau zum unbefestigten Herrensitz, mit repräsentativer Ringmauer mit Zinnen ohne fortifikator. Wert. Burg wohl um 1250 erbaut, Sitz der im 13. und 14. Jh. erwähnten Herren von R. als Ministerialen der Sax-Misox und später des Bf. von Chur. Als bischöfl. Pfand an diverse Geldgeber, um 1450 Verkauf an die Fam. Ringg. 1554 übernahm Hercules Salis, Landeshauptmann im Veltlin, die Anlage. 1621 war sie Schauplatz des Mordes an Pompejus von Planta durch Jörg Jenatsch. Zu Beginn des 21. Jh. in Privatbesitz.


Literatur
– O.P. Clavadetscher, W. Meyer, Das Burgenbuch von Graubünden, 1984, 124-126

Autorin/Autor: Maria-Letizia Boscardin