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Bättwil

Polit. Gem. SO, Bez. Dorneck. Urspr. Strassenzeilendorf in der Exklave Leimental, an der Grenze zu Frankreich. 1244/45 Betwilre. 1739 119 Einw.; 1804 101; 1850 135; 1900 234; 1930 227; 1950 270; 2000 976. Röm. Funde auf dem Eggfeld. B. gehörte im MA mit Ettingen dem Kloster Reichenau. Dem Bf. von Basel stand die hohe Gerichtsbarkeit zu, den Gf. von Thierstein die niedere. 1522 erzwang sich Solothurn aus dem Thiersteiner Erbe zwei Drittel der Ortsherrschaft, den Rest kaufte die Stadt 1527. Unter solothurn. Herrschaft gehörte B. zum Gericht Leimental in der Vogtei Dorneck. Kirchl. ist B. mit Witterswil vereint. 1744 entstand die Kapelle Herz Jesu (seit 1791 Martinspatrozinium). 1789 wurde ein eigener Friedhof gestattet. Bis ins 20. Jh. war B. ein Bauerndorf mit Getreide- und Rebbau. Die Mühle stammt aus dem 15. Jh. Erst in der 2. Hälfte des 20. Jh. kamen Industriebetriebe (Landmaschinen, Metallwaren, Apparatebau) hinzu. 1888 erhielt B. Anschluss an die Birsigtalbahn. Seit 1970 wandelt sich B. zur Wohngemeinde (1990 77% Wegpendler), seit 1975 Sitz der Kreisschule Leimental.


Literatur
– E. Baumann, Gesch. der Pfarrgemeinde Witterswil-B., 1943
Kdm SO 3, 1957, 318-321

Autorin/Autor: Lukas Schenker