• <b>Johann Konrad Ulmer</b><br>Fotografie des bei der Bombardierung Schaffhausens am 1. April 1944 zerstörten Porträts von  Tobias Stimmer,   um 1580 (Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen). Der Künstler malte den Antistes der Schaffhauser Kirche nach Skizzen und Studien in Baden-Baden. Das Original oder eine zeitgenössische Kopie (Öl auf Leinwand) gelangte später an das Museum zu Allerheiligen. Dank einem Glasplattennegativ aus der Vorkriegszeit ist der Bildinhalt erhalten geblieben.

No 1

Ulmer, Johann Konrad

geboren 31.3.1519 Schaffhausen, gestorben 7.8.1600 Schaffhausen, ref., von Schaffhausen. Sohn des Hans Ulrich, Zunftmeisters der Schneider, und der Margaretha Tanner. ∞ 1544 Anna Helferich, aus Lohr am Main (Unterfranken). Ab 1537 Stud. in Basel, Strassburg und Wittenberg, 1542 Magisterwürde dort, 1543 Ordination. Im selben Jahr berief ihn Gf. Philipp III. von Rieneck in das Amt des Hofpredigers von Lohr am Main. Unter U. wurde die Grafschaft im reformator. Sinn umgestaltet. Grundlage dafür war eine von ihm verfasste, nicht erhaltene Kirchenordnung. 1566 folgte U. dem Ruf des Rats von Schaffhausen und kehrte in seine Heimatstadt zurück, wo er als Münsterpfarrer wirkte. 1569 wurde er Pfarrer von St. Johann und Antistes der Schaffhauser Kirche, später auch Dekan. U. gab seiner Kirche einen neuen Katechismus (1569), eine revidierte Kirchenordnung (1592 und 1596) und das erste ref. Gesangbuch (1569 und 1579). Das Schulwesen förderte er durch eine Schul- und Stipendienordnung, zudem kümmerte er sich um die im Ausland studierenden Schaffhauser. Von seinen Impulsen profitierten auch das städt. Armen- und das kirchl. Visitationswesen. Mit den führenden Exponenten der schweiz. Reformation - insbesondere mit Heinrich Bullinger - stand U. in engem Kontakt. Neben pastoral- und kontroverstheol. Schriften und Übersetzungen zählt auch eine Abhandlung über die Feldvermessung ("Geodaisia" 1580) zu seinem gedruckten Werk. Wegen seiner Rolle beim Aufbau der Schaffhauser Staatskirche gilt U. als "zweiter Reformator" Schaffhausens.

<b>Johann Konrad Ulmer</b><br>Fotografie des bei der Bombardierung Schaffhausens am 1. April 1944 zerstörten Porträts von  Tobias Stimmer,   um 1580 (Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen).<BR/>Der Künstler malte den Antistes der Schaffhauser Kirche nach Skizzen und Studien in Baden-Baden. Das Original oder eine zeitgenössische Kopie (Öl auf Leinwand) gelangte später an das Museum zu Allerheiligen. Dank einem Glasplattennegativ aus der Vorkriegszeit ist der Bildinhalt erhalten geblieben.<BR/>
Fotografie des bei der Bombardierung Schaffhausens am 1. April 1944 zerstörten Porträts von Tobias Stimmer, um 1580 (Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen).
(...)


Werke
Psalmen und geistl. Lieder, 1579
Symbola oder der alte Glaub, 1583
Fünff Predigten von den heiligen Sacramenten, 1598
Archive
– Bayer. Staatsbibliothek, München
– StadtB Schaffhausen
– StASH
Literatur
– E. Scherrer, «Der erste Schaffhauser Katechismus von Johann Konrad U. und der Kampf um denselben (1567-1569)», in SchBeitr. 16, 1939, 179-199
– E. Zsindely, «Johann Conrad U.», in SchBeitr. 58, 1981, 358-369

Autorin/Autor: Christian Moser