• <b>Johannes Stumpf</b><br>Manuskript zu "Gemeiner loblicher Eydgnoschafft Stetten, Landen und Völckeren Chronick wirdiger Thaaten beschreybung", um 1545 (Zentralbibliothek Zürich, Ms. P 129, Fol. 251v und 252r). Johannes Stumpfs historisch-topografische Beschreibung der Eidgenossenschaft gilt als eines der aufwendigsten Buchprojekte des 16. Jahrhunderts. Die Kopien der römischen Inschriften sowie die Druckanweisungen in der Randspalte stammen vom Autor. Heinrich Bullinger hatte die Passagen oben auf der rechten Seite gestrichen. Die Illustration der Druckfassung stellt eine Szene der Schlacht bei Murten dar. Sie wurde aufgrund der Randnotiz des Autors im Buch positioniert.
  • <b>Johannes Stumpf</b><br>Druckausgabe der beiden Manuskriptseiten in: "Gemeiner loblicher Eydgnoschafft Stetten [...]", Band 2, Zürich, 1548, Fol. 264v und 265r (Zentralbibliothek Zürich).

No 1

Stumpf, Johannes

geboren 23.4.1500 Bruchsal (Baden, D), gestorben 1577/78 Zürich, aus dem Hochstift Speyer, ab 1548 von Zürich. Sohn des Hans, Gerbers und Schultheissen, und der Margaretha Zwyr. ∞ 1) 1529 Regula Brennwald, Tochter des Heinrich Brennwald, 2) 1562 Barbara Ruf, Schwester des Jakob Ruf, 3) 1572 Agnes Edlibach, Tochter des Gerold Edlibach. Schwager von Hans Edlibach, Jakob Edlibach und Ludwig Edlibach. Schulen in Bruchsal, Landau (Pfalz), Durlach (Baden) und Strassburg, 1519 Stud. in Heidelberg. 1520 im Dienst des bischöfl. Notars in Speyer, Bekanntschaft mit Johann von Hattstein und Eintritt in den Johanniterorden, 1521 Johanniterkolleg in Freiburg i.Br., 1522 Priesterweihe in Basel sowie Prior und Leutpriester der Kommende Bubikon. Dort trat S., der bereits früher mit der reformator. Lehre in Kontakt gekommen war, 1528 zur Reformation über. Er wurde zum Mitstreiter Huldrych Zwinglis und bekämpfte mit Konrad Schmid die sich ausbreitende Täuferbewegung im Zürcher Oberland. 1528 begleitete er Zwingli an die Berner Disputation und wurde 1532 Dekan des oberen Wetzikoner Kapitels. 1543 wechselte er als Pfarrer nach Stammheim und wurde 1548 Dekan des Kapitels Stein am Rhein. 1561 suchte er aus gesundheitl. Gründen um seine Entlassung nach und zog 1562 nach Zürich. Als Geschichtsschreiber kopierte S. Heinrich Brennwalds Schweizerchronik und führte das Werk, heute als Reformationschronik bekannt, bis in seine eigene Zeit fort. 1547-48 erschien als sein Hauptwerk eine hist.-topograf. Landesbeschreibung der Schweiz unter dem Titel "Gemeiner lobl. Eydgnoschafft [...] beschreybung", das in enger Zusammenarbeit mit Gelehrten wie Heinrich Bullinger, Vadian und Aegidius Tschudi sowie aufgrund eigener Archivreisen ("Reisebericht von 1544") entstanden war. Die Schrift, die am Übergang vom alemann. Dialekt zur neuhochdt. Schriftsprache steht, schildert mit antihabsburg. Tendenz die Geschichte der Schweiz von den Helvetiern bis zur Reformationszeit und wurde deshalb von Ks. Karl V. verboten. 1554 publizierte S. eine gekürzte und modifizierte Fassung als "Schwytzer Chronica", ebenso wurde 1548 eine Auswahl der dem Werk beigegebenen Karten als erster Atlas der Schweiz separat unter dem Titel "Landtafeln" veröffentlicht. Weitere Werke S.s widmen sich dem Jüngsten Tag (1563) sowie der Geschichte des Konstanzer Konzils (1541) und Heinrichs IV. (1556). Daneben sammelte S. Material zur Geschichte des Abendmahlsstreits und übersetzte eine Schrift Ludwig Lavaters zu diesem Thema.

<b>Johannes Stumpf</b><br>Manuskript zu "Gemeiner loblicher Eydgnoschafft Stetten, Landen und Völckeren Chronick wirdiger Thaaten beschreybung", um 1545 (Zentralbibliothek Zürich, Ms. P 129, Fol. 251v und 252r).<BR/>Johannes Stumpfs historisch-topografische Beschreibung der Eidgenossenschaft gilt als eines der aufwendigsten Buchprojekte des 16. Jahrhunderts. Die Kopien der römischen Inschriften sowie die Druckanweisungen in der Randspalte stammen vom Autor. Heinrich Bullinger hatte die Passagen oben auf der rechten Seite gestrichen. Die Illustration der Druckfassung stellt eine Szene der Schlacht bei Murten dar. Sie wurde aufgrund der Randnotiz des Autors im Buch positioniert.<BR/>
Manuskript zu "Gemeiner loblicher Eydgnoschafft Stetten, Landen und Völckeren Chronick wirdiger Thaaten beschreybung", um 1545 (Zentralbibliothek Zürich, Ms. P 129, Fol. 251v und 252r).
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<b>Johannes Stumpf</b><br>Druckausgabe der beiden Manuskriptseiten in: "Gemeiner loblicher Eydgnoschafft Stetten [...]", Band 2, Zürich, 1548, Fol. 264v und 265r (Zentralbibliothek Zürich).<BR/>
Druckausgabe der beiden Manuskriptseiten in: "Gemeiner loblicher Eydgnoschafft Stetten [...]", Band 2, Zürich, 1548, Fol. 264v und 265r (Zentralbibliothek Zürich).
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Werke
– «Reisebericht von 1544», in QSG 6, 1884
Johannes S.s Schweizer- und Reformationschronik, hg. von E. Gagliardi et al., 2 Bde., 1952-55
Beschreibung des Abendmahlsstreites, hg. von F. Büsser, 1960
Archive
– StAZH
– ZBZ
Literatur
– A. Bonomo, Johannes S., der Reformator und Geschichtsschreiber, 1923
– H. Müller, Der Geschichtsschreiber Johannes S., 1945
– C. Santschi, «S. et l'historiographie valaisanne», in Vallesia 24, 1969, 153-210
– Feller/Bonjour, Geschichtsschreibung 1, 144-153

Autorin/Autor: Christian Moser