Norantola

Burgruine in der polit. Gem. Cama GR. Weitläufige Anlage mit Ringmauer, Turm und Innenbauten auf einem felsigen Hügel im Ortsteil N. nördlich des Dorfes Cama. Die in einem unregelmässigen Vieleck um das Plateau herumgezogene Ringmauer stammt aus der Anfangszeit. Die ältesten Gebäude im Innern der Burg sind durch versch. Umbauten beseitigt worden. Wohl noch im 13. Jh. wurde der mächtige Hauptturm auf die ältere Ringmauer gesetzt. Wohn- und Repräsentationsräume waren im Nordtrakt untergebracht, während im Südtrakt neben dem Tor die Stallungen lagen. Der Osttrakt, möglicherweise der ursprüngl. Palas, war gegen den Innenhof hin mit einer Galerie ausgestattet. N. dürfte in der 1. Hälfte des 13. Jh. von Vertretern des lokalen Adels erbaut worden sein. Ein ser Locarnus de N. wird 1248 urkundlich erwähnt; mit Ugolinus von Sax von N. gehörte die Burg 1324 den Herren von Sax. 1480 ging die stark zerfallene Feste an Gian Giacomo Trivulzio über, der sie wieder aufbauen liess. 1483 wurde die Burg von Gf. Johann Peter von Sax in Brand gesteckt. Seither besteht sie nur noch als Ruine.


Literatur
– O.P. Clavadetscher, W. Meyer, Das Burgenbuch von Graubünden, 1984, 256-258

Autorin/Autor: Maria-Letizia Boscardin