24/06/2014 | Rückmeldung | PDF | drucken

Balm bei Messen

Polit. Gem. SO, Bez. Bucheggberg, Haufendorf im Limpachtal, am Südabhang des Bucheggbergs. 1254 de Balmo, 1275 in Balm. 1798 62 Einw.; 1850 167; 1900 148; 1950 180; 1980 92; 2000 109. Funde von Steinbeilen jungsteinzeitl. Hirten und Bauern. 1391 gelangte B. mit den Herrschaften Balmegg und Buchegg an Solothurn. Als Teil der Vogtei, später (1803-30) des Oberamts Bucheggberg gehörte das Dorf zum Gericht Messen. Eine Pfarrei B. wird 1275 erw. ("Liber decimationis"), die Marienkirche ist evtl. eine buchegg'sche Gründung (Kirchensatz im 14. Jh. in der Hand der Gf. von Buchegg). 1530 wurde die Reformation eingeführt, 1560 ging der Kirchensatz an Solothurn über. Mit dem Verzicht Berns 1577 auf die Einsetzung eines Geistlichen in B. kam es zur Eingliederung der Pfarrei B. (mit Oberramsern und Gächliwil) in die Pfarrei Messen. Die Einw. von B. bilden noch heute eine selbstständige Korporation zum Unterhalt der Kirche, die 1962-66 restauriert und archäolog. untersucht worden ist. Spätestens seit Beginn des 18. Jh. besitzt die Gem. eine eigene Schule (mit Oberramsern). Das Dorfbild ist geprägt durch stattl. Gehöfte. Im Zuge der 1939-51 durchgeführten Melioration des Limpachtals und der Korrektion des Limpachs erfolgte 1943-44 in B. eine Güterzusammenlegung; die Zahl der Parzellen verminderte sich von 340 auf 46. 1990 waren über 60% der in B. Erwerbstätigen im 1. Sektor beschäftigt, über 50% der in B. wohnhaften Erwerbstätigen Wegpendler.


Literatur
– R. Fischer et al., «Balm SO», in Jurabl. 27, 1965, 161-192
– H. Brunner, «Die Pfarrer-Enquete von 1799», in JbSolG 58, 1985, 172-174

Autorin/Autor: Othmar Noser