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Aetingen

Polit. Gem. SO, Bez. Bucheggberg. Gut erhaltenes Haufendorf im Limpachtal, in einer Mulde am Südabhang des Bucheggbergs, mit dem Dorfteil Brittern. 1267 Etinge. 1798 134 Einw.; 1850 266; 1900 303; 1950 311; 2000 273. Röm. Streufunde (2. Jh. n.Chr.) fanden sich im Bereich der Kirche. Im Norden liegt die nicht erforschte frühma. Anlage Altschloss. Der Dinghof A. unterstand der Vogtei oberaarg. Frh. 1309 musste Walter von Aarwangen die Gerichtsrechte veräussern. Sie gingen an die Berner Fam. Pfister, von Krauchtal, Erlacher und Freiburger und von diesen an Bern. 1470 erwarb Solothurn Twing und Bann sowie die niedere Gerichtsbarkeit. Das Hochgericht blieb bei Bern (Landgericht Zollikofen). 1470-1798 war A. Gerichtsort (Gerichtsstock von 1787) im gleichnamigen Niedergericht (Vogtei Bucheggberg), das Buchegg, Kyberg (heute Kyburg-Buchegg), Küttigkofen, Unterramsern (mit A. sog. untere Schule) sowie Aetigkofen, Brügglen, Hessigkofen, Mühledorf (SO), Tscheppach (sog. obere Schule) umfasste. Diese bilden heute noch die ref. Kirchgem. A.-Mühledorf. Die Kirche (Patrozinien Maria, Gallus) wird 1275 erstmals erw. Der Kirchensatz von A. gehörte bis 1345 zum Kloster St. Gallen, danach der Johanniterkomturei Thunstetten, nach der Reformation 1528 Bern. Die mit einer Restauration der bestehenden, spätgot. Kirche (erbaut 1502-10, Umbauten im 17. Jh. und 1853-54) verbundene Grabung (1977-78) erbrachte den Nachweis von drei bis vier Vorgängerbauten aus dem Zeitraum 800-1500. Die 1836 als wohlhabend bezeichneten Einw. hatten die beste Pferdezucht des Bez. Trotz der seit 1970 verstärkten Bautätigkeit und einer Entwicklung hin zur Wegpendlergem. hat das Dorf seine bäuerl.-kleingewerbl. Struktur bewahrt.


Literatur
– K.H. Flatt, «Der Dinghof zu A.», in Jurabl. 34, 1972, 134-142
– P. Eggenberger, W. Stöckli, «Die archäolog. und bauanalyt. Untersuchungen in der Pfarrkirche St. Gallus von A.», in Archäologie des Kt. Solothurn, H. 2, 1981, 65-89

Autorin/Autor: Peter Lätt