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Aetingen

Ehemalige politische Gemeinde SO, Bezirk Bucheggberg, seit 2014 mit Aetigkofen, Bibern (SO), Brügglen, Gossliwil, Hessigkofen, Küttigkofen, Kyburg-Buchegg, Mühledorf (SO) et Tscheppach Teil der neuen Gemeinde Buchegg. Gut erhaltenes Haufendorf im Limpachtal, in einer Mulde am Südabhang des Bucheggbergs, mit dem Dorfteil Brittern. 1267 Etinge. 1798 134 Einw.; 1850 266; 1900 303; 1950 311; 2000 273. Röm. Streufunde (2. Jh. n.Chr.) fanden sich im Bereich der Kirche. Im Norden liegt die nicht erforschte frühma. Anlage Altschloss. Der Dinghof A. unterstand der Vogtei oberaarg. Frh. 1309 musste Walter von Aarwangen die Gerichtsrechte veräussern. Sie gingen an die Berner Fam. Pfister, von Krauchtal, Erlacher und Freiburger und von diesen an Bern. 1470 erwarb Solothurn Twing und Bann sowie die niedere Gerichtsbarkeit. Das Hochgericht blieb bei Bern (Landgericht Zollikofen). 1470-1798 war A. Gerichtsort (Gerichtsstock von 1787) im gleichnamigen Niedergericht (Vogtei Bucheggberg), das Buchegg, Kyberg (heute Kyburg-Buchegg), Küttigkofen, Unterramsern (mit A. sog. untere Schule) sowie Aetigkofen, Brügglen, Hessigkofen, Mühledorf (SO), Tscheppach (sog. obere Schule) umfasste. Diese bilden noch zu Beginn des 21. Jh. die ref. Kirchgemeinde A.-Mühledorf. Die Kirche (Patrozinien Maria, Gallus) wird 1275 erstmals erw. Der Kirchensatz von A. gehörte bis 1345 zum Kloster St. Gallen, danach der Johanniterkomturei Thunstetten, nach der Reformation 1528 Bern. Die mit einer Restauration der bestehenden, spätgot. Kirche (erbaut 1502-10, Umbauten im 17. Jh. und 1853-54) verbundene Grabung (1977-78) erbrachte den Nachweis von drei bis vier Vorgängerbauten aus dem Zeitraum 800-1500. Die 1836 als wohlhabend bezeichneten Einwohner hatten die beste Pferdezucht des Bezirks. Trotz der ab 1970 verstärkten Bautätigkeit und einer Entwicklung hin zur Wegpendlergemeinde bewahrte das Dorf seine bäuerl.-kleingewerbl. Struktur.


Literatur
– K.H. Flatt, «Der Dinghof zu A.», in Jurabl. 34, 1972, 134-142
– P. Eggenberger, W. Stöckli, «Die archäolog. und bauanalyt. Untersuchungen in der Pfarrkirche St. Gallus von A.», in Archäologie des Kt. Solothurn, H. 2, 1981, 65-89

Autorin/Autor: Peter Lätt