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Mainardi, Agostino

geboren 1482 Caraglio (Piemont), gestorben 31.7.1563 Chiavenna. Einsiedlermönch des Augustinerordens. Ab 1516 war M. Rektor der Augustinerklosterschule und ab 1533 Prior des Klosters S. Mustiola in Pavia, wo er sich mit Celio Secondo Curione für die Verbreitung der reformator. Lehren einsetzte. In diesem Sinne predigte der geschickte Rhetoriker M. während den Fastenmessen 1538 in Rom, 1540 in Venedig und 1541 in Mailand. Dies führte zu einem Ketzerprozess, dem er sich Ende 1541 durch Flucht entziehen konnte. 1542 liess er sich in Chiavenna nieder, wo er in engem Kontakt mit Heinrich Bullinger die ref. Kirche aufbaute, deren Pfarrer er bis zu seinem Tod blieb. M. war ein eifriger Verteidiger der ref. Orthodoxie in einer Grenzgegend, wo zahlreiche ital. Glaubensflüchtlinge Zuflucht suchten. Er war in viele Polemiken verwickelt, v.a. mit Camillo Renato über die Interpretation des Abendmahls. Gedruckt erschienen u.a. 1551 sein "Trattato dell'unica et perfetta satisfattione di Christo", eine Darstellung der wichtigsten prot. Glaubenslehren, und 1552 seine "Anatonomia della messa" (franz. 1555, lat. 1561). Er verfasste 1547 zudem ein Glaubensbekenntnis, das von der Rät. Synode gutgeheissen wurde.


Literatur
– A. Armand Hugon, Agostino M., [1943]
– S. Caponetto, La Riforma protestante nell'Italia del Cinquecento, 21997

Autorin/Autor: Emidio Campi / MS