22/11/2006 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Holderbank (SO)

Polit. Gem. SO, Bez. Thal. Strassendorf in der Längsmulde zwischen der ersten und der zweiten Jurakette am Oberen Hauenstein. 1226 in villa Halderwane. 1739 167 Einw.; 1798 370; 1850 602; 1900 525; 1920 629; 1950 596; 2000 589. Auf Wässermatten trat ein röm. "Dorf" mit vielen Kleinfunden zu Tage, auf der Oberen Wies röm. Ziegel und Münzen, evtl. auch eine röm. Strasse. Auf dem Dorfplatz fanden sich beigabenlose spätma. oder noch jüngere Gräber. Die Geschichte H.s ist eng mit jener der Alt-Bechburg verknüpft. 1386 kam H. an Heinrich von Ifenthal, 1416 an Solothurn. Bis 1798 gehörte es zur Vogtei Falkenstein und zum Gericht Balsthal, der Kirchensatz zum Kapitel Buchsgau. 1644 wurde H. eine selbstständige Pfarrei. Der Pfarrer residierte bis 1823 bei der Kapelle St. Wolfgang. Die Pfarrkirche St. Fridolin wurde 1734 errichtet. Der Bau der heutigen Passstrasse im Talgrund erfolgte 1830-34, die alte Reichsstrasse verlief oberhalb des Dorfes am Sonnenhang. Die Entwicklung H.s stagnierte vorübergehend, nachdem die Eisenbahnlinie Basel-Olten 1858 in Betrieb genommen worden war. Ein erneuter Rückgang des Passverkehrs setzte 1970 mit der Eröffnung der A2 ein. Die erste Schule datiert von 1760. Im 20. Jh. entstanden kleinere Betriebe der Uhrenbranche, ein Teil der Bevölkerung arbeitete in den Industrien Balsthals. 2000 war immer noch knapp die Hälfte der in H. Beschäftigten im 2. Sektor tätig.


Literatur
– U. Wiesli, Balsthal und seine Täler, 1951
– B. Horisberger, «Zur Problematik der "röm." Karrgeleise im schweiz. Jura», in Archäologie des Kt. Solothurn 8, 1993, 7-35
– R.M. Kully, Solothurn. Ortsnamen, 2003, 379-382

Autorin/Autor: Urs Wiesli