Gänsbrunnen

Polit. Gem. SO, Bez. Thal. Südlich einer Klus an der seit röm. Zeit benützten Strasse Balsthal-Moutier gelegen. 1428 Gänsbrunnen. Franz. früher Saint-Joseph. 1804 126 Einw.; 1850 176; 1900 153; 1910 214; 1950 193; 1990 107; 2000 84. Ab 1427 als Teil der Landgrafschaft Buchsgau und Lehen des Bf. von Basel unter solothurn. Hochgerichtsbarkeit (erst 1669 nominelle Landeshoheit), 1535 dem Gericht Matzendorf unterstellt. 1566 Brand des 1428 erstmals erw. Wirtshauses, das durch den Gasthof St. Joseph mit Zollamt (Grenze zum Fürstbistum Basel, 1797 eidg. Grenzort zu Frankreich, 1798 in G. erstmals franz. Truppen auf Schweizer Boden) und Post ersetzt wurde. Bis 1569 lag G. im Zehntbez. des Stifts Moutier-Grandval. 1628 Weihe einer Josefskapelle, um die Ausbreitung des Täufertums zu verhindern. 1720 Erhebung zur Pfarrkirche. Erzabbau in röm. Zeit und spätestens wieder ab dem 16. Jh. (Eisenschmelze, Hammerschmiede). Glaserei, 1563 Bau einer Mühle, die 1905 abbrannte. Solothurner Patrizier (von Sury, Vigier von Steinbrugg, Aregger u.a.) besassen in G. Viehhöfe. 1805-45 Hochofen zunächst der Gebr. Dürholz & Cie., später der Ludwig von Roll & Co. 1908 Station der Solothurn-Moutier-Bahn. Seit 1908 Steinabbau in der Klus. Gegen Ende des 20. Jh. enge Zusammenarbeit mit Welschenrohr (Schulwesen, Feuerwehr usw.). 2003 wurde das Tanksäulenmuseum eröffnet, 2004 drei Festungswerke aus dem 2. Weltkrieg unter kant. Denkmalschutz gestellt.


Literatur
– A. Tatarinoff, Das Gasthaus St. Joseph in G., 1955
Kdm SO 3, 1957, 71-76
G. 1991, 1991

Autorin/Autor: Urban Fink