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Gallicius, Philipp

geboren 4.2.1504 Puntweil (Gemeinde Val Müstair), gestorben 7.6.1566 Chur, von Lavin. Sohn des Adam Saluz und der Uorschla G. ∞ Uorschla Champell, von Susch. G. trug den Namen der Mutter. 1523 Stud. in Ingolstadt. 1524-26 Kaplan von La Punt-Chamues-ch, wo er den neuen Glauben predigte. 22-jährig nahm er 1526 aktiv am Religionsgespräch von Ilanz teil. Der Häresie angeklagt, wurde er am 15.3.1526 aus dem Engadin verbannt. Zwischen 1529 und 1566 amtete G. vier Mal als ref. Pfarrer in Lavin, ferner in Langwies, Scharans und Chur, hier auch als Lateinlehrer zu St. Nikolai. 1537 und 1544 wirkte er an den Religionsgesprächen in Susch entscheidend mit. Im Auftrag der Synode verfasste G. 1552 die "Confessio Raetica". Als Wegbereiter der ladin. Literatur übersetzte er 1536 das "Unser Vater", das "Apostolikum", die Zehn Gebote und später einige Psalmen erstmals ins Rätoromanische. Ausserdem schrieb er 1560 das Vorwort zum "Nouv Testamaint" von Jachiam Bifrun und 1562 zum "Cudesch da Psalms" von Ulrich Campell. G. gilt als der eigentl. Reformator des Engadins.


Literatur
– R.R. Bezzola, «Filip G. Saluz, 1504-1566», in Annalas 108, 1995, 177-202

Autorin/Autor: Martin Bundi