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Oberbuchsiten

Polit. Gem. SO, Bez. Gäu, auf dem Schuttkegel des Mülibachs am Jurasüdfuss gelegen. 1040 vico Buxita, 1308 ze Obern Buchsiten. 1739 371 Einw.; 1798 464; 1837 760; 1850 847; 1900 727; 1950 1'039; 2000 1'841. Wahrscheinlich jungsteinzeitl. Station westlich des Dorfes, bronzezeitl. Siedlung, zwei Hockergräber der Hallstattzeit. Röm. Gutshof sowie Karrgeleise auf altem Passweg, spätröm.-frühma. Gräberfeld mit ca. 150 Gräbern, zwei Grubenhäuser aus dem 12. bzw. 13. Jh. 1080 kam O. mit der königl. Schenkung des Buchsgaus an den Bf. von Basel. 1416 verkaufte Wilhelm von Grünenberg die als Afterlehen der Frohburger an ihn gelangten beiden Buchsiten und Kestenholz an Bern. Bei der Ausscheidung der gemeinen Herrschaften Bipp und Bechburg kamen die drei Dörfer 1463 als Teile des Oberen Amtes der Vogtei Bechburg mit Gerichtsort Oensingen an Solothurn. Der 1201 erstmals erw. Kirchensatz gehörte zuerst dem Kloster St. Urban und fiel 1420 an Solothurn. 1604-1805 war Niederbuchsiten nach O. pfarrgenössig. Nach dem Dorfbrand von 1506 wurde die Kirche 1520 neu errichtet, 1937 Kirchenschiff und Chor neu gebaut. 1637 entstand die Kapelle bei der Schälismühle, 2008 wurde sie restauriert. Am Weg über den Buchsiter Berg steht das alte Zollhäuschen. Lange war O. landwirtschaftlich geprägt. 1876 erhielt das Dorf mit der Gäubahn Anschluss ans Schienennetz. Seit 1896 besitzt es ein Telefon-Ortsnetz, seit 1905 elektr. Beleuchtung. 1973 wurde es an die ARA Gäu/Gunzgen, 1980 an die Gasversorgung der Gaswerke Olten angeschlossen. Arbeit fanden die 80% Wegpendler 2000 v.a. in Olten oder den Verteil- und Dienstleistungsbetrieben um die Autobahnverzweigung Härkingen.


Literatur
– J. und E. Pfluger, Solothurn. Gäu, 1963
– R.M. Kully, Solothurn. Ortsnamen, 2003, 521-526
– A. Motschi, Das spätröm.-frühma. Gräberfeld von O., 2007

Autorin/Autor: Erich Schenker